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Silber wird zum Meme-Trade: Privatanleger treiben Preis um 100 Prozent

Experten ziehen Parallelen zu GameStop-Hype – Volatilität erreicht gefährliche Niveaus

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Silber wird zum Meme-Trade: Privatanleger treiben Preis um 100 Prozent

Der Silberpreis zeigt zunehmend Merkmale eines Meme-Trades und erinnert damit an die GameStop-Euphorie von 2021. Privatanleger treiben das Edelmetall in extreme Höhen, während Experten vor einer gefährlichen Überhitzung warnen.

Am Dienstag kletterten die Kassapreise für Silber um fast 5 Prozent auf 83,37 US-Dollar je Unze. Silber-Futures in New York legten sogar über 9 Prozent auf 84 US-Dollar zu. Allein im vergangenen Monat verzeichnete das Metall zehn Kursbewegungen von mindestens 5 Prozent in beide Richtungen – ein Volatilitätsniveau, das eher für Meme-Aktien als für Rohstoffe typisch ist.

Michael Antonelli, Marktstratege bei Bull and Baird, brachte es auf den Punkt: "Inwiefern unterscheidet sich Silber von GameStop? Ist das jetzt nicht auch ein Meme?" Gegenüber CNBC erklärte er, das Metall habe einen "Zeitgeist" bei Privatanlegern erreicht, die sich nun als Herde bewegen. Obwohl Silber industrielle Verwendung findet, seien Preissteigerungen von über 100 Prozent in drei Monaten völlig ungewöhnlich.

Rekord-Zuflüsse von Kleinanlegern

Die Zahlen untermauern diese Einschätzung. Laut VandaTrack investierten Privatanleger am 26. Januar netto etwa 171 Millionen US-Dollar in den iShares Silver Trust, einen populären börsengehandelten Fonds. Dies war fast doppelt so viel wie beim "Silver Squeeze" von 2021 – dem bisherigen Höhepunkt der Kleinanleger-Euphorie.

Auf Reddit, der Plattform die 2021 den GameStop-Hype befeuerte, brodelt es erneut. In der Community Silverbugs dokumentieren Nutzer ihre physischen Silberkäufe, diskutieren Kursziele und teilen Memes. Nach dem jüngsten Kursrückgang suchen verunsicherte Anleger Rat bei der Community – ein typisches Muster aus der Meme-Aktien-Ära.

Ein Nutzer berichtete, sein Silber im Juni zu 48 US-Dollar je Unze gekauft zu haben, und fragte die Community um Rat, ob er halten oder verkaufen solle. Solche Beiträge häufen sich und zeigen die emotionale Komponente des aktuellen Silber-Handels.

Experten warnen vor Überhitzung

Rhona O'Connell, Leiterin der Marktinformation bei StoneX, sieht kritische Schwellenwerte überschritten. Sie warnt, dass sich die Preise von fundamentalen Bewertungen abgekoppelt haben. Antonelli beschreibt die Entwicklung als "völlig abgekoppelt" und "vertikal gestiegen" – angetrieben durch Zuflüsse von Privatanlegern statt durch industrielle Nachfrage.

Die Parallelen zu GameStop sind unübersehbar: scharfe parabolische Kursbewegungen, massive Beteiligung von Privatanlegern und virale Narrative in sozialen Medien, die Fundamentaldaten überlagern. Wie bei Meme-Aktien kann Liquidität schnell einströmen – und ebenso schnell wieder abfließen.

Für deutsche Anleger bedeutet dies erhöhte Vorsicht. Während Silber durchaus als Inflationsschutz und Portfolio-Diversifikation dienen kann, deutet die aktuelle Dynamik auf eine spekulative Blase hin, die jederzeit platzen könnte.

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