Silber wird Gold übertreffen: Analyst prognostiziert Rekordpreise bis Jahresende
Experte Rick Kanda erwartet historische Höchststände bei Silber, getrieben durch industrielle Nachfrage und günstiges Marktumfeld.

Die Edelmetallmärkte zeigen sich am Mittwoch von ihrer starken Seite: Gold kletterte um 2,6 Prozent auf 5.005,44 Dollar je Unze, während Silber einen beeindruckenden Sprung von rund 6 Prozent auf 77,97 Dollar verzeichnete. Die Erholung folgt auf den Rücksetzer vom Dienstag, als Gold auf 4.841,74 Dollar gefallen war.
Geopolitische Spannungen bleiben ein zentraler Preistreiber für die sicheren Häfen. Die erste Runde der US-vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland in Genf endete nach etwa zwei Stunden ohne greifbare Fortschritte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Verhandlungen als "schwierig" und warf Moskau vor, den Prozess zu verzögern. Gleichzeitig signalisierte der Iran eine Einigung mit Washington auf "Leitprinzipien" für neue Atomverhandlungen, wobei ein umfassendes Abkommen noch in weiter Ferne liegt.
Gold hatte am 29. Januar inmitten massiver spekulativer Käufe ein Allzeithoch von 5.594,82 Dollar erreicht. Danach folgte eine deutliche Korrektur auf bis zu 4.403,24 Dollar Anfang Februar, nachdem Kevin Warsh als nächster Fed-Vorsitzender nominiert worden war. Die Investmentnachfrage nach Gold-ETFs in China und Asien hat sich in den letzten Monaten als wesentlicher Preistreiber erwiesen.
Silber mit Outperformance-Potenzial
Rick Kanda, Geschäftsführer des britischen Händlers The Gold Bullion Company, zeigt sich im Gespräch mit Investing.com besonders optimistisch für Silber. "Wenn man das Momentum von Silber zu Beginn des Jahres 2026 betrachtet, würde ich erwarten, dass Silber Gold in den nächsten Jahren outperformen wird", erklärt der Experte. Er betont, dass beide Metalle von günstigen wirtschaftlichen Bedingungen profitieren werden, Silber jedoch zusätzlich durch die industrielle Nachfrage gestützt wird.
Die Prognosen für Silber fallen spektakulär aus: Die Bank of America hat für 2026 eine Preisspanne von 135 bis 309 Dollar vorhergesagt, basierend auf einer Kompression des Gold-Silber-Verhältnisses. Kanda stimmt zu, dass der Silberpreis bis Jahresende Rekordhöhen erreichen wird. "Viele sagten für das Jahresende 2026 einen Silberpreis von etwa 80 Dollar je Unze voraus, aber da er derzeit bei 78,50 Dollar liegt, glaube ich, dass er diese Prognose weit übertreffen wird."
Risiken durch ETF-Nachfrage aus Asien
Die starke Abhängigkeit von asiatischen ETF-Investoren birgt jedoch Risiken für Gold. Kanda warnt: "Sollte diese Nachfrage nachlassen, wäre Gold sehr anfällig." BCA Research hat vor einem "bedeutenden Rücksetzer" gewarnt, falls sich die Investmentnachfrage aus Asien umkehrt. Da asiatische Investoren sehr momentumgetrieben sind und empfindlich auf Veränderungen reagieren, könnte eine Preiskorrektur eine Verkaufswelle auslösen.
Als stabilisierender Faktor erweisen sich die Zentralbanken. Chinas Notenbank hat im fünfzehnten Monat in Folge ihre Goldreserven aufgestockt. "Zentralbanken kaufen tendenziell mit Blick auf die langfristige Perspektive; sie sind beim Goldkauf nicht an kurzfristigen Gewinnen interessiert und reagieren daher weniger stark auf Preisschwankungen als ETF-Anleger", erläutert Kanda.
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Zur AktienanalyseHistorische Performance setzt sich fort
Die Performance beider Edelmetalle im Jahr 2025 war außergewöhnlich: Silber legte im Jahresverlauf um 130 Prozent zu, Gold verzeichnete einen historischen Anstieg von 64 Prozent. Die Rallye wurde vor allem durch eskalierende Zollkriege, geopolitische Unsicherheiten und eine Verschiebung der globalen Reservestrategien vorangetrieben.
Am Nachmittag richtet sich der Fokus der Anleger auf die Veröffentlichung des Protokolls der Januar-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Zinspolitik bleibt ein entscheidender Faktor für Gold, das traditionell in einem Niedrigzinsumfeld profitiert, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft.


