Silber-Rally: BofA warnt vor Überbewertung – Kurs könnte auf 170$ steigen
Silber hat seit Jahresbeginn über 25% zugelegt – eine beispiellose Rally. Die Bank of America sieht den fairen Wert bei nur 60 Dollar je Unze, schließt aber einen Anstieg auf 170 Dollar nicht aus.

Silber erlebt derzeit eine außergewöhnliche Kursrally, die selbst optimistische Analysten überrascht. Die Preise sind seit Jahresbeginn bereits um mehr als 25 Prozent gestiegen – Gewinne, für die das Edelmetall früher Monate oder Jahre benötigte. Doch die Bank of America warnt: Der aktuelle Preis liegt deutlich über dem fundamental gerechtfertigten Niveau.
Privatanleger treiben den Silberpreis
Michael Widmer, Rohstoffstratege bei der Bank of America, identifiziert eine neue Investorengruppe als Haupttreiber der Rally: Privatanleger. "Wir waren bereits mit Blick auf 2026 bullisch für Silber positioniert, aber die jüngste exponentielle Rally war sogar noch stärker, als wir erwartet hatten", erklärt Widmer. Anders als bei traditionellen Rohstoff-Rallys zeigen die Daten einen Rückgang der spekulativen Futures-Positionen, während gleichzeitig der Einfluss von Kleinanlegern zunimmt.
Diese Privatanleger werden laut BofA oft von Sorgen um staatliche Währungen motiviert. Sie folgen sogenannten "Meme-getriebenen Narrativen", die Silber als "echtes Geld" und Absicherung gegen systemische Risiken darstellen. Die hohe realisierte Volatilität, die normalerweise zu deutlichen Korrekturen führt, hat bislang nur zu geringen Rücksetzern geführt.
Fundamentaler Wert bei nur 60 Dollar
Trotz der beeindruckenden Kursentwicklung sieht die Bank of America den fundamental gerechtfertigten Silberpreis derzeit bei lediglich 60 Dollar je Unze. "Wir sind besorgt über weitere heftige Preisschwankungen", warnt Widmer. Historisch wurden Silberpreise durch den US-Dollar, die globale Industrieproduktion und ETF-Zuflüsse bestimmt – Faktoren, die den aktuellen Preis nicht vollständig rechtfertigen.
Szenario: 170 Dollar möglich
Dennoch schließt die Bank ein extremes Aufwärtsszenario nicht aus. Wenn Privatanleger ihr Engagement im gleichen Tempo wie im dritten Quartal 2025 weiter erhöhen, könnte Silber in den nächsten zwei Jahren auf 170 Dollar je Unze steigen. Widmer betont jedoch: "Dies stellt eine hohe Anforderung dar und ist nicht notwendigerweise unser Basisszenario."
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Zur AktienanalyseSilber als Wertspeicher im digitalen Zeitalter
Die Bank of America hebt die erneuerte Rolle des Silbers als Absicherung gegen geldpolitische Unsicherheiten hervor. Anhaltende Ängste um staatliche Währungen, der Aufstieg von Kryptowährungen und Stablecoins sowie potenzielle Störungen traditioneller Bankensysteme verstärken die Attraktivität von Silber. "Die Attraktivität von Silber als greifbarer, nicht-digitaler Wertspeicher für Privatanleger bleibt stark", schließt Widmer.
Für deutsche Anleger bedeutet dies: Silber bleibt ein spannendes, aber hochvolatiles Investment. Die Diskrepanz zwischen fundamentalem Wert und aktuellem Preis erfordert eine sorgfältige Abwägung des Risikos.


