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Sika CEO sieht Wachstum in China, USA und Rechenzentren

Sika-Chef Thomas Hasler identifiziert klare Wachstumstreiber: Chinas Sanierungsmarkt, US-Infrastruktur und boomende Rechenzentren weltweit.

Sika CEO sieht Wachstum in China, USA und Rechenzentren

Der Schweizer Bauchemiehersteller Sika richtet seinen Blick gezielt auf neue Wachstumsmärkte. CEO Thomas Hasler nannte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der „Finanz und Wirtschaft" gleich mehrere vielversprechende Segmente: den chinesischen Renovierungsmarkt, den US-Infrastrukturbau sowie den globalen Rechenzentrumssektor.

In China hat Sika sein Geschäftsmodell grundlegend neu ausgerichtet. War das Unternehmen ursprünglich sehr stark auf Neubauprojekte fokussiert, liegt der Schwerpunkt nun auch auf dem Renovierungsgeschäft. Besonders in bereits nahezu gesättigten Märkten wie Shanghai, Peking und Guangzhou sieht Hasler hier erhebliches Potenzial. Zudem habe Sika sein China-Geschäft weiter fragmentiert, um es besser an den heterogenen lokalen Markt anzupassen.

Trotz der Streichung von Subventionen für Elektrofahrzeuge erwartet Sika in China auch im Automobilgeschäft anhaltendes Wachstum. Dies unterstreicht die Breite der Marktpositionierung des Unternehmens im bevölkerungsreichsten Land der Welt.

Infrastruktur und Rechenzentren als globale Wachstumsmotoren

In den USA setzt Sika auf den klassischen Infrastrukturbau. Hasler betonte, dass dieser Bereich von der Abneigung von Präsident Donald Trump gegenüber erneuerbaren Energien weitgehend unberührt bleibe. Sika baue dort Marktanteile beim Bau traditioneller Infrastruktur wie Straßen und Brücken aus. Der gewerbliche Bausektor hingegen verzeichne einen Einbruch — ein Segment, in dem das sogenannte Reshoring bis zur Eskalation der Handelszölle noch ein wesentlicher Wachstumstreiber gewesen war.

Besonders deutlich hob Hasler den Rechenzentrumssektor hervor. Er bezeichnete Rechenzentren als „eindeutigen Wachstumstreiber", da die Betreiber die sichersten Gebäude verlangten, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden. Die Projektpipeline von Sika in diesem Bereich sei gut gefüllt — und das nicht nur in den USA. Der Sektor boome auch in Europa und Asien, was Sika als globalen Anbieter von Baulösungen in eine günstige Position bringt.

Hoffnungsschimmer in Europa trotz anhaltender Schwäche

Auch für den europäischen Markt äußerte sich Hasler vorsichtig optimistisch. In Märkten wie Deutschland und Frankreich erkenne Sika bei seinen Kunden trotz anhaltender Schwäche Hoffnung auf Besserung — begründet durch steigende Zahlen bei den Baugenehmigungen. Für die deutsche Baubranche, die seit Jahren unter hohen Zinsen, gestiegenen Baukosten und schwacher Nachfrage leidet, wäre eine Erholung ein wichtiges Signal.

Sika ist als Hersteller von Spezialprodukten für die Bauchemie und Industrie weltweit tätig. Das Unternehmen mit Sitz in Baar in der Schweiz beliefert Bauprojekte aller Art — von Hochhäusern über Tunnel bis hin zu Industrieanlagen. Die strategische Neuausrichtung auf Renovierung, Infrastruktur und Digitalisierungsinfrastruktur spiegelt die aktuellen Megatrends im globalen Bausektor wider.

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