Signa Sports plant radikalen Schrumpfkurs
Online-Händler zieht Konsequenzen aus Verlusten und Kurssturz – Neuausrichtung und Sanierung unter neuer Führung geplant

Das Berliner Unternehmen Signa Sports United, das dem österreichischen Investor René Benko gehört, hat angekündigt, einen drastischen Schrumpfkurs einzuleiten und sich von unrentablen Tochterfirmen zu trennen, um aus der Verlustzone herauszukommen. Dieser Schritt folgt auf anhaltende Verluste und einen starken Kursverfall seiner Aktien.
Signa Sports United, zu dem bekannte Online-Marken wie Tennis-Point, Fahrrad.de und Campz gehören, hatte 2021 durch eine Fusion mit einem leeren Börsenmantel (SPAC) den Gang an die Börse gewagt und wurde damals mit 3,2 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Signa Holding von René Benko hält noch 48 Prozent der Anteile. Die Aktien des Unternehmens waren am Freitag auf 27 US-Cent gefallen, was einer Bewertung von 107 Millionen Dollar entsprach. Am Montag stürzten die Aktien auf 20 Cent ab.
Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete Signa Sports United einen operativen Verlust (Ebitda) von 97 Millionen Euro bei einem Umsatz von 441 Millionen Euro. Als Gründe für die Verluste wurden ein Überangebot auf dem Markt und hohe Lagerbestände genannt, die auf die Preise drückten.
Aufgrund der schlechten Kursentwicklung und der schwierigen Marktlage plant Signa Sports United, sich von der New Yorker Börse zurückzuziehen und die Aktien in drei Wochen von der Börse zu nehmen. Die Sanierung des Unternehmens wird von Torsten Waack von Wasen geleitet, der Anfang 2024 Stephan Zoll als Vorstandschef von Signa Sports United ablösen soll.
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Zur AktienanalyseDie Situation von Signa Sports United verdeutlicht die Herausforderungen im Online-Sportartikelhandel und den stark umkämpften Markt, der von hohen Verlusten und Überkapazitäten geprägt ist.


