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Signa Prime: Investorensuche in der Krise

Herausforderungen bei der Rettung des Immobilienkonzerns und die Unsicherheit über seine Zukunft

Signa Prime: Investorensuche in der Krise

Der Immobilienkonzern Signa Prime Selection, der dem österreichischen Unternehmer René Benko gehört, befindet sich in einer finanziellen Krise und hat Schwierigkeiten, Investoren für seine Sanierung zu finden. Erhard Grossnigg, der erst kürzlich als Sanierungsvorstand an Bord geholt wurde, hat bisher keine positiven Zusagen von Investoren erhalten. In einem Interview mit dem österreichischen Sender ORF teilte Grossnigg mit, dass er Investoren angesprochen habe, die bereits über fünf Milliarden Euro in das Unternehmen investiert haben. Leider konnte er von ihnen keine Unterstützung in der gewünschten Form erhalten und ist nun gezwungen, nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen.

Um dringend benötigtes Kapital zu beschaffen, hatte Grossnigg die Investoren aufgerufen, 350 Millionen Euro in Form von Genussrechten zu erwerben. Diese Genussrechte stellen riskante Kredite mit besonderen Konditionen dar, wie etwa hoher Verzinsung oder einer Beteiligung an den Unternehmensgewinnen. Das Ziel war es, Signa mehr Zeit für den Verkauf von Immobilien von Signa Prime und Signa Development zu verschaffen und bessere Preise zu erzielen, anstatt in Notverkäufen gezwungen zu sein. Die Gläubiger erhofften sich dadurch eine höhere Quote bei der Rückzahlung ihrer Ansprüche.

Jedoch hat Signa Prime nun beschlossen, auf den Verkauf von Immobilien zu setzen, um dringend benötigte Liquidität für laufende Projekte zu generieren und weitere Schwierigkeiten bei Tochterfirmen zu vermeiden. Es bleibt jedoch unklar, ob dieses Vorgehen erfolgreich sein wird. Norbert Abel, der Insolvenzverwalter von Signa Prime, äußerte Bedenken und schloss weitere Insolvenzverfahren für einige Immobilien-Projektgesellschaften oder Servicegesellschaften nicht aus, um die Restrukturierung und den Fortbestand der Unternehmensgruppe zu sichern.

Das Wiener Handelsgericht hat zwar die Sanierung in Eigenverwaltung für Signa Prime und die Schwestergesellschaft Signa Development genehmigt, doch es ist noch nicht sicher, ob Signa Prime in der Lage sein wird, mindestens 30 Prozent ihrer Schulden zurückzuzahlen, was Voraussetzung für die Sanierung in Eigenverwaltung ist. Bei einer solchen Sanierung bleibt das Management an Bord, erhält jedoch eine Aufsichtsperson zur Seite gestellt.

Viele Experten hatten von Anfang an Zweifel, ob Signa die benötigten Investoren für die Sanierung finden würde. Obwohl der österreichische Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner zuvor Interesse an einer Finanzspritze für Signa Prime bekundet hatte, haben sich weitere Geldgeber bisher nicht öffentlich geäußert. Haselsteiner ist mit 15 Prozent an der Muttergesellschaft Signa Holding beteiligt, zu der auch Signa Prime gehört. Diese verfügt über einige der prestigeträchtigsten Immobilien und Bauvorhaben, darunter der Hamburger Elbtower, die Warenhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München, Alsterhaus in Hamburg und die Luxuseinkaufsmeile Goldenes Quartier in Wien.

Die Signa Prime plant, ihren Immobilienbestand im Rahmen des Sanierungsverfahrens weitgehend zu verkaufen, um am Ende eine Signa Prime mit einer neuen Eigentümerstruktur und einem Volumen von ein bis zwei Milliarden Euro zu schaffen. Dies steht im starken Kontrast zu ihrem derzeitigen Wert von rund 20 Milliarden Euro.

Es bleibt abzuwarten, ob Signa Prime in der Lage sein wird, die erforderlichen Investoren zu gewinnen und ihren Sanierungsprozess erfolgreich abzuschließen. Die Zukunft des Unternehmens und seiner Immobilienprojekte bleibt vorerst unsicher.

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