Signa-Gruppe in Not
Die Krise des Milliardärs Benko: Insolvenzen und ihre weitreichenden Auswirkungen auf die Wirtschaft

Das Wirtschaftsimperium des österreichischen Milliardärs René Benko steckt in einer tiefen Krise. Nach der Insolvenz der Signa-Holding sind nun auch zwei der wichtigsten Tochtergesellschaften des Immobilien- und Handelskonzerns zahlungsunfähig. Die Signa Prime Selection AG und die Signa Development Selection AG haben beim Handelsgericht Wien die Eröffnung von Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt, wie aus einer offiziellen Mitteilung der Signa-Gruppe hervorgeht.
Die Ziele dieser Insolvenzanträge sind klar definiert: Die geordnete Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs im Rahmen der Eigenverwaltung und die nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens. Trotz intensiver Bemühungen in den vergangenen Wochen konnte die notwendige Liquidität für eine außergerichtliche Restrukturierung nicht in ausreichendem Maße sichergestellt werden. Dieser Schritt soll nun langfristige Lösungen ermöglichen, um die Qualität des Prime Portfolios, bestehend aus erstklassigen Geschäftsimmobilien, zu erhalten und die Entwicklungsperspektiven der Development-Projekte in den Toplagen deutschsprachiger Metropolen zu gewährleisten.
Zu den prominenten Geschäftsimmobilien, die von dieser Insolvenz betroffen sind, gehören der Elbtower in Hamburg, das KaDeWe in Berlin sowie Kaufhausimmobilien der Galeria Karstadt Kaufhof. Signa Prime verwaltet ein Portfolio im Gesamtwert von 20,4 Milliarden Euro. Dennoch waren die Verbindlichkeiten der Gesellschaft Ende des Vorjahres mit fast 10,8 Milliarden Euro hoch, und im vergangenen Jahr verzeichnete sie Verluste von rund einer Milliarde Euro. Diese Verluste waren größtenteils auf die Abwertung von Anlageobjekten in Deutschland zurückzuführen, obwohl den Vorständen der Gesellschaft Prämien von insgesamt 19 Millionen Euro zugesprochen wurden.
Die Signa Development Selection AG, spezialisiert auf städtebauliche Projekte im Wohn- und Gewerbesegment, hatte bereits in der vergangenen Woche aufgrund ihrer Liquiditätssituation einen Insolvenzantrag in Aussicht gestellt. Im Vorjahr verzeichnete sie einen Verlust von rund 316 Millionen Euro, während die Vorstände Prämien in Höhe von neun Millionen Euro erhielten. Das von René Benko geschaffene Firmennetzwerk, das in der Niedrigzins-Phase stark gewachsen war, kämpft nun wie die gesamte Immobilienbranche mit steigenden Baukosten, Energiepreisen und Zinsen, während der stationäre Einzelhandel wirtschaftlichen Druck verspürt.
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Zur AktienanalyseEs ist zu beachten, dass dies nicht die ersten Insolvenzen innerhalb der Signa-Gruppe sind. Bereits im Oktober meldete die Online-Sportartikelsparte Insolvenz an, gefolgt von weiteren kleineren Tochtergesellschaften in den letzten Wochen. Die Signa Retail Selection AG, mit Sitz in der Schweiz, kündigte an, die Gesellschaft geordnet abzuwickeln, was wahrscheinlich den Verkauf der Warenhausgruppe Galeria Karstadt Kaufhof zur Folge haben wird. Die Zukunft des gesamten Signa-Imperiums bleibt ungewiss, und die Auswirkungen dieser Insolvenzen werden weitreichende Konsequenzen für die deutsche und österreichische Wirtschaft haben.


