Sigma Lithium: Brasilien verhängt Bußgeld wegen verbotener Abraumhalde
Brasilianische Arbeitsinspektoren bestrafen Sigma Lithium für die Nutzung einer zuvor stillgelegten Abraumhalde mit erheblichen Sicherheitsrisiken.

Brasilianische Arbeitsinspektoren haben gegen Sigma Lithium ein Bußgeld verhängt, weil das Unternehmen Abfälle auf einer Halde deponiert hatte, die zuvor wegen eines „schwerwiegenden und unmittelbar bevorstehenden" Risikos für Arbeiter und die örtliche Bevölkerung stillgelegt worden war. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die die Inspektoren dem Nachrichtendienst Reuters übermittelten. Sigma Lithium ist Brasiliens größter Lithiumproduzent und betreibt die Vorzeigemine Grota do Cirilo im Bundesstaat Minas Gerais.
Bei einer Inspektion am Donnerstag in einer Stadt nahe dem Betriebsgelände stellten die Kontrolleure fest, dass Lastwagen weiterhin Abfälle auf einer der drei im Dezember stillgelegten Halden abluden. Sigma reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Die Inspektoren konnten die Nutzung der Abraumhalde von außerhalb des Sigma-Geländes beobachten, da das Unternehmen ihnen den Zutritt zum Betriebsgelände verweigerte – was zu einem weiteren Bußgeld führte.
Hintergrund: Teilbruch nahe einer Schule
Die Stilllegung der drei Abraumhalden erfolgte Ende vergangenen Jahres, nachdem ein Arbeitsinspektor einen „Teilbruch" an einer Halde in der Nähe einer Schule in Poco Dantas, einer angrenzenden Gemeinde, gemeldet hatte. Bei dieser Halde handelt es sich offenbar um dieselbe, die Sigma nun wieder nutzt. Der Vorfall verdeutlicht die potenziellen Gefahren, die von unsachgemäß gesicherten Bergbauabfällen ausgehen können – ein Thema, das in Brasilien nach den verheerenden Dammbrüchen der vergangenen Jahre besonders sensibel ist.
Trotz der Stilllegungsanordnung hatte Sigma Lithium im Februar angekündigt, die Bergbauaktivitäten in der Grota do Cirilo Mine wieder aufzunehmen. Die Mine war seit Oktober inaktiv gewesen, nachdem Sigma die Zusammenarbeit mit einem Subunternehmer beendet hatte, der den Betrieb führte. Sie verfügt über eine Jahreskapazität von rund 270.000 Tonnen Lithiumkonzentrat und stellt den einzigen produktiven Vermögenswert des Unternehmens dar.
Rechtlicher Konflikt mit der brasilianischen Regierung
Sigma Lithium hat die brasilianische Regierung verklagt, um die Stilllegungsanordnung aufzuheben. In Gerichtsunterlagen argumentierte das Unternehmen, dass der Verlust des Zugangs zu den Halden „erhebliche betriebliche und wirtschaftliche Auswirkungen hätte und zudem den Fortbestand der Bergbauaktivitäten gefährden würde". Die wirtschaftliche Abhängigkeit von der einzigen Mine erhöht den Druck auf das Unternehmen erheblich.
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Zur AktienanalyseDie brasilianische Bergbaubehörde ANM hatte zwar erklärt, dass von den Abraumhalden kein unmittelbares Risiko ausgehe. Diese Einschätzung hebt jedoch die Anordnung der Arbeitsinspektoren nicht auf, da diese unabhängig unter dem brasilianischen Arbeitsministerium agieren. Damit besteht ein behördeninterner Widerspruch, der die rechtliche Lage für Sigma Lithium zusätzlich verkompliziert.
Es bleibt derzeit unklar, welche weiteren Schritte die brasilianische Regierung einleiten könnte, falls das Unternehmen die Halde trotz der bestehenden Stilllegungsanordnung weiterhin nutzt. Für Investoren bedeutet die Situation erhebliche Unsicherheit: Die operative Zukunft der einzigen Produktionsstätte von Sigma Lithium hängt maßgeblich vom Ausgang des Rechtsstreits und dem weiteren Vorgehen der Behörden ab.


