Siemens verkauft Flughafenlogistik an Vanderlande
Technologiekonzern stärkt Fokus auf digitale Dienste und Software

Siemens verkauft seine Flughafenlogistik-Sparte für Gepäcksortieranlagen an den niederländischen Konzern Vanderlande. Dieser Schritt unterstützt die strategische Transformation des deutschen Technologiekonzerns, der sich zunehmend auf digitale Technologien und Software konzentriert. Der Verkauf bringt Siemens 300 Millionen Euro ein, was nach der Entscheidung für eine milliardenschwere Softwareübernahme zur Aufbesserung der finanziellen Ressourcen beiträgt. Vanderlande ist ein weltweit führender Anbieter für Flughafengepäck- und Paketsortieranlagen und gehört seit 2017 zur Toyota Industries. Die Entscheidung fiel nach Spekulationen über den Verkauf an Vanderlande bereits im Sommer.
Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas betonte, dass Vanderlande der "beste zukünftige Eigentümer" für die Sparte sei und über eine langfristige strategische Orientierung verfüge. Michael Schneider, CEO von Siemens Logistics, ergänzte, dass die Zusammenarbeit mit Vanderlande neue Impulse in der Flughafenbranche setzen könne. Mit 2500 Mitarbeitern erzielte Siemens Logistics zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 550 Millionen Euro. Der Verkauf der Flughafenlogistik ist die letzte größere Veräußerung von Bereichen, die Siemens nicht mehr als Teil seines Kerngeschäfts betrachtet.
Bereits in der Vergangenheit hatte Siemens andere nicht mehr zentrale Unternehmenssparten veräußert, darunter das Geschäft mit Paketbearbeitungsanlagen. Dieses wurde für 1,15 Milliarden Euro an den Mischkonzern Körber verkauft. Siemens setzt mit diesen Verkäufen und der Akquisition von Altair Engineering, einem Spezialisten für Simulationssoftware, seinen Wandel von einem klassischen Industriekonzern zu einem Digital- und Technologieunternehmen fort. Der Kauf von Altair für 10 Milliarden Dollar markiert die zweitgrößte Akquisition in der Geschichte von Siemens und soll den Anteil digitaler Dienstleistungen und Software am Gesamtumsatz des Unternehmens erhöhen.
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Zur AktienanalyseAnalysten beurteilen den Kaufpreis für Altair als ehrgeizig, doch Siemens erwartet beträchtliche Wachstums- und Kostensynergien aus der Übernahme. Der hohe Anteil an Softwareumsätzen und die damit verbundenen Gewinnmargen entsprechen den langjährigen Forderungen von Investoren, die eine stärkere Fokussierung auf margenstarke Geschäftsfelder anstreben. Der Vorstandsvorsitzende Roland Busch hat das Ziel, den Umsatzanteil von Software und digitalen Diensten auf 20 Prozent zu steigern. Gleichzeitig gibt es Rufe nach einer Abspaltung der Bahntechniksparte Mobility, die jedoch von Vorstand und Aufsichtsrat abgelehnt werden.


