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Siemens überholt SAP – DAX verliert trotzdem an Boden

Der aktuelle Marktbericht von Aktien.news

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Siemens überholt SAP – DAX verliert trotzdem an Boden

Erst ein kurzer Rausch über 25.000 Punkte – dann der Absturz zurück unter die runde Marke: Der DAX hat am Donnerstag gezeigt, wie dünn das Eis wird, sobald die Wall Street nicht mitspielt.

Siemens lieferte am Morgen den Zündfunken. Die Aktie gewann in der Spitze fast sieben Prozent, zog den schwergewichtigen Index bis auf 25.239 Punkte und damit über die 25.000er-Schwelle. Auffällig ist, wie schnell die Stimmung kippte: Am Nachmittag drehten die US-Börsen ins Minus – und mit ihnen griffen im DAX massive Gewinnmitnahmen um sich. Am Ende war der ganze Tagesgewinn weg: Schlussstand 24.852 Punkte. Der MDAX rutschte deutlich um 1,6 Prozent ab.

Siemens im Rampenlicht – aber nur kurz Ein Detail hat es dennoch in sich: Siemens stieg im Handelsverlauf zum wertvollsten deutschen Börsenunternehmen auf und überholte SAP, dessen Kurs zuletzt deutlich nachgegeben hatte. In der Spitze markierte Siemens bei 275,75 Euro ein neues Rekordhoch; die Börsenbewertung lag zwischenzeitlich über 217 Milliarden Euro. Das ist mehr als eine Randnotiz – es zeigt, wie stark der Markt gute Nachrichten im Großformat derzeit belohnt.

Doch selbst bei Siemens blieb vom Höhenflug nicht viel übrig. Trotz des starken Starts ins Geschäftsjahr und der angehobenen Zielspanne beim Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten (nun 10,70 bis 11,10 Euro statt 10,40 bis 11,00 Euro für 2025/26) schmolz das Plus bis Handelsschluss auf knapp 0,3 Prozent zusammen – bei rund 257 Euro. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wenn der Gesamtmarkt dreht, werden auch die Stars eingefangen.

Telekom oben, Heidelberg Materials unten – und Mercedes sucht den Boden Während Siemens die Schlagzeilen schrieb, stand die Telekom an der DAX-Spitze. Die T-Aktie legte nach starken Zahlen der US-Tochter T-Mobile US vom Vortag um rund sechs Prozent zu. Am anderen Ende des Tableaus verlor Heidelberg Materials etwa elf Prozent und war Schlusslicht.

Bei Mercedes-Benz zeigte sich das Muster eines Tages, an dem gute und schlechte Nachrichten in Sekunden neu bewertet werden: Nach den Jahreszahlen ging es zunächst deutlich abwärts, später wurden die Verluste eingegrenzt. Der Konzern bekam vor allem die Absatzdelle in China nicht kompensiert, die Verkäufe sinken laut Finanzchef Harald Wilhelm weiter. Das Betriebsergebnis (Ebit) brach um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro ein – belastet auch durch Wechselkurs- und Zolleffekte sowie Einmaleffekte im Zusammenhang mit hohen Kostensenkungen. Ob neue Modelle im zweiten Halbjahr tatsächlich die Wende bringen, bleibt die offene Frage.

MDAX unter Druck, Deutsche Börse greift zu – Blick in die USA Im MDAX erholte sich Lufthansa nach den Streikverlusten des Vortags. Deutlich härter traf es ThyssenKrupp: Nach einem schwachen Quartalsbericht sackte die Aktie um rund zwölf Prozent ab, vor allem wegen der Probleme im Stahlgeschäft, das verkauft werden soll. Gleichzeitig setzte die Deutsche Börse nach Rekordgewinn 2025 ein Ausrufezeichen: Der Frankfurter Börsenbetreiber kauft den Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx komplett für 1,1 Milliarden Euro.

Von den USA kam der Stimmungsdämpfer – und ein Hinweis, warum die Zinshoffnungen nicht einfach durchmarschieren. Nach neuen Arbeitsmarktdaten tendierten die großen Indizes schwächer: Der Dow Jones lag knapp ein Prozent im Minus, Nasdaq und SAP verloren deutlich zwischen 1,6 und 2,0 Prozent. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank stärker als erwartet um 5.000 auf 227.000 – robust genug, um unmittelbare Zinssenkungsfantasien auszubremsen. Spannend wird nun, ob die anstehenden Inflationsdaten für Januar dem Markt neuen Rückenwind geben – oder den nächsten Schubser nach unten.

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