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Siemens stärkt US-Geschäft mit neuer Akquisition

Übernahme von Trayer soll Smart Infrastructure und Stromnetzstabilität ausbauen

Siemens stärkt US-Geschäft mit neuer Akquisition

Siemens setzt seine Expansionsstrategie in den USA fort und stärkt mit einer neuen Übernahme seine Sparte Smart Infrastructure (SI). Das Unternehmen gab bekannt, die kalifornische Trayer Engineering Corporation zu übernehmen, einen Spezialisten für überflutungssichere Schaltanlagen. Diese Technik ist besonders für extreme Wetterbedingungen geeignet, was in Zeiten des Klimawandels von wachsender Bedeutung ist. Siemens plant, von den enormen Investitionen in die US-Strominfrastruktur zu profitieren, um die Netzstabilität und Zuverlässigkeit angesichts extremer Wetterereignisse zu erhöhen.

Die Übernahme von Trayer, die 1962 als Familienunternehmen gegründet wurde und aktuell etwa 130 Mitarbeiter beschäftigt, ist für Siemens eher eine kleinere Akquisition. Doch dieser Schritt fügt sich in die strategische Ausrichtung des Konzerns ein, insbesondere da die USA einer der zentralen Investitionsschwerpunkte von Siemens sind. Durch den Zukauf wird die Sparte Smart Infrastructure weiter gestärkt, die sich auf Gebäudetechnik und Energiemanagement konzentriert und derzeit als profitabelster Geschäftsbereich des Unternehmens gilt.

Siemens konnte die Margen in diesem Bereich 15 Quartale in Folge steigern, zuletzt auf 17 Prozent. Im Gegensatz dazu schwächelt das Kerngeschäft der Sparte Digital Industries, die sich um digitale Fabriken kümmert. Der für Smart Infrastructure zuständige Siemens-Vorstand Matthias Rebellius hatte bereits angekündigt, dass das Unternehmen auch weitere Zukäufe ins Auge fasst. Dabei schließt er Akquisitionen im Milliardenbereich nicht aus, betonte jedoch, dass jeder potenzielle Zukauf sorgfältig geprüft werde.

Ein weiterer Wachstumsfaktor für Siemens in den USA ist das staatliche Förderprogramm „Inflation Reduction Act“, welches Investitionen in grüne Technologien unterstützt. Gleichzeitig sieht sich der Konzern auf dem chinesischen Markt mit zunehmenden Herausforderungen konfrontiert. Umso wichtiger werden die USA als Wachstumsmarkt für Siemens, insbesondere im Bereich der Strominfrastruktur. Zusätzlich zum Zukauf von Trayer hat Siemens auch den Bau eines Werks für elektronische Stromversorgungskomponenten in den USA angekündigt. Die Bahntechnik-Sparte Mobility erweitert ebenfalls ihre Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten.

Zudem gibt es Spekulationen über mögliche weitere Übernahmen, vor allem im Softwarebereich. Investoren hoffen auf größere Software-Zukäufe, da diese tendenziell höhere Margen versprechen. Insidern zufolge plant Siemens in diesem Bereich zunächst kleinere Ergänzungen, die dennoch Milliardenbeträge kosten könnten. Größere Übernahmen seien jedoch angesichts hoher Bewertungen im Softwaresektor nicht völlig ausgeschlossen. Trayer soll unterdessen von Siemens' globalem Vertriebsnetz profitieren, um neue Marktchancen zu erschließen.

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