Siemens plant deutlichen Rückzug bei Healthineers
Investoren drängen auf Beteiligungsabbau, um Fokus auf Software und KI zu stärken

Der deutsche Technologiekonzern Siemens will in dieser Woche seine Pläne zur Reduzierung seines Anteils an Siemens Healthineers vorstellen. Das Paket hat einen Marktwert von rund 35 Milliarden Euro und gilt als eines der größten Beteiligungsvermögen des Münchner Unternehmens. Die Ankündigung wird mit Spannung erwartet, da Investoren seit Längerem auf eine klare Entscheidung zur Zukunft des Medizintechnikunternehmens drängen.
Seit dem Börsengang von Siemens Healthineers im Jahr 2018 hat Siemens seine ursprüngliche Beteiligung von 85 Prozent schrittweise reduziert und hält derzeit knapp 70 Prozent. Zuletzt veräußerte das Unternehmen im Februar zwei Prozent der Anteile für etwa 1,45 Milliarden Euro. Nun wird erwartet, dass Siemens einen konkreten Plan vorlegt, wie der Anteil weiter verringert werden soll. Eine Reduzierung könnte den Weg für strategische Zukäufe ebnen und Siemens zusätzliche finanzielle Flexibilität verschaffen.
Großaktionäre wie Deka Investment fordern eine Verringerung auf zunächst 51 Prozent, um die Abhängigkeit von Healthineers zu senken und gleichzeitig den Fokus des Konzerns stärker auf Zukunftsfelder wie industrielle Software und künstliche Intelligenz zu lenken. Für Konzernchef Roland Busch wäre dies eine Gelegenheit, die Ausrichtung von Siemens langfristig zu prägen. Beobachter sehen darin die Chance, sein Vermächtnis über die nächsten Jahre hinaus zu sichern.
Analysten gehen davon aus, dass Siemens mehrere Optionen prüft. Möglich wäre eine schrittweise Veräußerung von Aktienpaketen, die Abgabe von Healthineers-Aktien als Sachdividende an die eigenen Aktionäre oder die Gründung eines separaten Vehikels, das anschließend abgespalten würde. Jede Variante bringt jedoch steuerliche und strukturelle Herausforderungen mit sich. Laut Berechnungen von JP Morgan würde eine Ausschüttung von zwei Dritteln der Beteiligung als Dividende rund sieben Milliarden Euro an Steuern auslösen – ein Szenario, das als unwahrscheinlich gilt.
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Zur AktienanalyseEin vollständiger Rückzug aus Healthineers würde Siemens erlauben, sich stärker auf sein Kerngeschäft in den Bereichen Automatisierung, Software und Digitalisierung zu konzentrieren. Das dabei freigesetzte Kapital könnte für Übernahmen in diesen wachstumsstarken Segmenten genutzt werden. Trotz der Komplexität eines solchen Prozesses sehen Analysten darin eine strategisch logische Entwicklung. Während die Siemens-Aktie im laufenden Jahr rund 31 Prozent zulegen konnte, belastet die Unsicherheit über den künftigen Eigentümerstruktur von Healthineers deren Kurs, der bisher etwa 15 Prozent verloren hat.


