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Siemens erreicht Rekordgewinn trotz schwächelnder Automatisierungssparte

Stellenabbau bei Digital Industries und verstärkter Fokus auf digitale Transformation

Siemens erreicht Rekordgewinn trotz schwächelnder Automatisierungssparte

Siemens hat das Geschäftsjahr 2023/24 mit einem Rekordgewinn abgeschlossen, obwohl der Markt für Industrieautomatisierung schwächelt. Vor allem die Digital Industries (DI)-Sparte, die sich auf Industriesoftware und Automatisierungstechnik konzentriert, steht unter starkem Druck. Der Konzern verzeichnete hier sowohl einen Umsatzrückgang um acht Prozent auf 18,5 Milliarden Euro als auch einen Einbruch des Ergebnisses von 4,8 auf 3,5 Milliarden Euro. Im vierten Quartal sanken die Erlöse von DI sogar um 18 Prozent, und das Ergebnis halbierte sich nahezu.

In Anbetracht dieser Entwicklungen kündigte Siemens-Chef Roland Busch an, in der DI-Sparte Stellen abzubauen. Der Abbau soll sich auf eine niedrige bis mittlere vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen weltweit belaufen. Gleichzeitig plant Siemens, betroffene Mitarbeiter weiterzubilden und auf andere Positionen im Unternehmen zu vermitteln, da es rund 8.000 offene Stellen in anderen Bereichen gibt.

Die Gesamtbilanz des Konzerns zeigt jedoch ein positives Bild: Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 75,9 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis leicht auf 11,4 Milliarden Euro zunahm, was einer Marge von 15,5 Prozent entspricht. Auch der Nettogewinn legte zu, was teilweise auf Beteiligungsverkäufe zurückzuführen ist, und betrug knapp neun Milliarden Euro. Die Dividende soll von 4,70 auf 5,20 Euro erhöht werden.

Der Transformationsprozess hin zu einem Digitalkonzern soll bei Siemens beschleunigt werden. Laut Busch sei das Ziel, die Wertschöpfung des Unternehmens ab 2025 auf die nächste Stufe zu heben. Teil der Strategie ist das Programm „One Tech Company“, das weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Akquisitionen vorsieht. Die Umsätze im Bereich Software und digitale Dienstleistungen konnten bereits auf neun Milliarden Euro gesteigert werden, was etwa zwölf Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Siemens plant, diesen Anteil in Zukunft weiter zu erhöhen.

Ein Beispiel für den Expansionskurs ist die kürzlich verkündete Übernahme des US-Softwarespezialisten Altair für mehr als zehn Milliarden Dollar. Diese Akquisition soll Siemens dabei helfen, sein Portfolio zu erweitern, insbesondere in Bereichen, die mechanische Simulationen und Belastungstests umfassen.

Der Konzern steht jedoch unter Druck, da der Aktienkurs seit Jahren hinter den Erwartungen zurückbleibt. Investoren wie Ingo Speich von Deka Investment kritisieren, dass Siemens trotz guter Geschäftszahlen an den Kapitalmärkten noch nicht als reiner Digitalkonzern wahrgenommen wird. Der französische Konkurrent Schneider Electric habe hingegen eine erfolgreichere Entwicklung an der Börse gezeigt.

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