Siemens Energy in der Krise
Bundesregierung prüft Unterstützung für Großprojekte

Siemens Energy, ein zentraler Akteur im Energiebereich, steht aktuell vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Das Unternehmen befindet sich derzeit in Gesprächen mit der Bundesregierung bezüglich staatlicher Garantien, um Großprojekte absichern zu können. Trotz eines beeindruckenden Auftragsbestands von 110 Milliarden Euro steht Siemens Energy vor der Herausforderung, umfangreiche Garantien für Kunden bereitzustellen, die von der raschen Entwicklung des Energiemarktes resultieren.
Während Siemens Energy konventionelle Kraftwerke, Übertragungstechnik und Windkraftanlagen verkauft, müssen Unternehmen in dieser Branche üblicherweise für langfristige und kapitalintensive Projekte Kreditlinien bei Banken sichern. Obwohl noch keine endgültige Entscheidung von Seiten der Bundesregierung getroffen wurde, befindet sich die Regierung in "engen und vertrauensvollen Gesprächen" mit Siemens Energy.
Besondere Schwierigkeiten bereitet dem Energiekonzern die Windturbinen-Tochter Siemens Gamesa. Dieser Geschäftszweig, einer der weltweit größten Windanlagenbauer, hat in den letzten Jahren erhebliche Schwierigkeiten verzeichnet. In einem Versuch, die Herausforderungen effektiver anzugehen, übernahm Siemens Energy die Tochterfirma 2022 vollständig. Das Windkraftgeschäft von Siemens Gamesa ist jedoch nicht nur durch interne Probleme belastet, sondern auch durch externe Herausforderungen. Der europäische Windkraftsektor steht vor höheren Materialpreisen, wiederholten Lieferkettenunterbrechungen und intensivem Wettbewerbsdruck aus China.
Trotz der Schwierigkeiten gibt sich Siemens Energy optimistisch und betonte, dass die Finanzergebnisse des Konzerns für 2023 im Rahmen der Erwartungen liegen. Es wird jedoch für das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von 4,5 Milliarden Euro gerechnet. Insbesondere im Windgeschäft sind für 2024 geringere Umsätze und Auftragseingänge als erwartet prognostiziert.
Die ehemalige Muttergesellschaft Siemens AG, die nach dem Börsengang von Siemens Energy noch 25,1% der Anteile hält, scheint momentan nicht bereit, erneut in die Pflicht zu treten, um den Energiekonzern zu unterstützen. Die Bundesregierung hingegen scheint die Bedeutung von Siemens Energy für die Energiewende zu erkennen und zeigt grundsätzlich Bereitschaft zur Unterstützung.
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Zur AktienanalyseDer Aktienmarkt reagierte negativ auf die Nachrichten über Siemens Energy. Die Aktie des Unternehmens verlor nach der Ankündigung erheblich an Wert und sank um etwa ein Drittel, ein seltener Kursverlust für ein DAX-Unternehmen.


