Siemens Energy: Aufschwung im Quartal
Trotz Gamesa-Schwierigkeiten, Umsatz und Aufträge über Erwartungen gestiegen

Siemens Energy, ein Unternehmen, das in den letzten Jahren mit finanziellen Herausforderungen zu kämpfen hatte, zeigt Anzeichen einer operativen Erholung. Trotz anhaltender Schwierigkeiten bei seiner Windkrafttochter Siemens Gamesa, konnte der Konzern im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 einen Gewinn verzeichnen. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr dar, in dem das Unternehmen einen erheblichen Verlust hinnehmen musste.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/23 hatte Siemens Energy aufgrund von Qualitätsproblemen bei Windkraftturbinen einen Rekordverlust von 4,6 Milliarden Euro erlitten. Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch eine positive Entwicklung: Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 208 Millionen Euro vor Sondereffekten, im Gegensatz zu einem Verlust von 282 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Dies übertraf die Markterwartungen, die einen Verlust von 106 Millionen Euro prognostiziert hatten. Einschließlich Veräußerungsgewinnen lag das Ergebnis sogar bei knapp 1,9 Milliarden Euro.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Lage bei Siemens Energy angespannt. Der Konzern warnt davor, die Erwartungen für das Gesamtjahr zu hoch anzusetzen. Es wird ein Umsatzwachstum von drei bis sieben Prozent auf vergleichbarer Basis und eine operative Marge zwischen minus zwei und plus einem Prozent vor Sondereffekten erwartet. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass man auf einem guten Weg sei, aber noch viel Arbeit vor sich habe. Insbesondere im Windgeschäft müssten die Qualitätsprobleme gelöst werden, während in anderen Bereichen das Wachstumspotenzial genutzt und die selbst gesteckten Ziele erreicht werden müssten.
Um den hohen Auftragsbestand bewältigen zu können, hatte Siemens Energy staatliche Garantien in Milliardenhöhe beantragt, die nach komplexen Verhandlungen gewährt wurden. Im ersten Quartal konnte das Unternehmen seinen Umsatz um knapp 13 Prozent auf 7,65 Milliarden Euro steigern, was die Erwartungen der Experten übertraf. Der Auftragseingang stieg sogar um fast ein Viertel auf 15,4 Milliarden Euro.
Die Situation bei Siemens Gamesa bleibt jedoch problematisch. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs, der über den Markterwartungen lag, enttäuschte der Auftragseingang. Das Unternehmen verzeichnete einen Verlust vor Sondereffekten von 426 Millionen Euro. Dies trug zu einem deutlich verschlechterten Free Cashflow bei Siemens Energy bei, der von minus 58 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 283 Millionen Euro sank.
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Zur AktienanalyseSiemens Gamesa, das seit Jahren mit hohen Verlusten kämpft, steht in einer Branche unter Druck, in der kaum ein Anbieter Gewinne erzielt. Zusätzlich zu den branchenweiten Herausforderungen hat Siemens Gamesa mit schwerwiegenden, hausgemachten Problemen zu kämpfen. Besonders problematisch war der Fehlstart der ersten gemeinsam entwickelten Plattform 5.X und die kostspieligen Qualitätsprobleme bei einigen Turbinen, die Mitte des vergangenen Jahres gemeldet wurden.


