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Sichere Häfen wanken: Dollar, Yen und Franken unter Druck

Traditionelle Fluchtwährungen verlieren ihren Status – Volatilität erschüttert Anlegervertrauen in Dollar und Yen.

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Sichere Häfen wanken: Dollar, Yen und Franken unter Druck

Die klassischen Währungs-Refugien verlieren ihren Glanz. US-Dollar, japanischer Yen und Schweizer Franken – lange Zeit als sichere Häfen in turbulenten Zeiten geschätzt – zeigen ungewöhnliche Schwäche. Während Dollar und Yen deutlich an Wert verloren, bereitet die Stärke des Frankens der Schweizer Wirtschaft zunehmend Probleme.

Der Dollar-Index stürzte 2025 um 9,37 Prozent ab und setzt seinen Fall 2026 fort. Am 29. Januar brach der Greenback um 1,3 Prozent ein – der stärkste Tagesverlust seit der ersten Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump im April. Der Index erreichte damit den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren.

George Saravelos, Leiter der Devisenforschung bei der Deutschen Bank, bezeichnet den Status des Dollars als sicheren Hafen inzwischen als "Mythos". Die historische Korrelation zwischen Dollar und Aktien liege nahe bei Null, im vergangenen Jahr habe sich der Dollar sogar vom S&P 500 entkoppelt. Cole Smead von Smead Capital Management prognostiziert weitere Schwäche – zwischen 2002 und 2008 verlor der Dollar bereits rund 41 Prozent.

Trumps Handelspolitik belastet den Greenback

Die Schweizer Privatbank Julius Bär macht mehrere Faktoren für die Dollar-Schwäche verantwortlich. Trumps "unberechenbare Handelspolitik" durch Zölle löste einen "Sell America"-Trade aus – einen Ausverkauf US-amerikanischer Vermögenswerte. Der "One Big Beautiful Bill Act" habe die USA zudem auf einen "unhaltbaren Schuldenpfad" geführt.

Besonders problematisch: Trumps öffentlicher Druck auf Fed-Chef Jerome Powell untergrabe das Vertrauen der Anleger in die Unabhängigkeit der Notenbank. Die Plötzlichkeit, mit der Zölle eingeführt und wieder zurückgenommen wurden, halte den Druck auf die Währung aufrecht.

Yen schwankt unter politischem Druck

Der japanische Yen durchlebte 2025 extreme Schwankungen. Zu Jahresbeginn notierte die Währung bei etwa 156 gegenüber dem Dollar, wertete nach Zinssignalen der Bank of Japan auf und pendelte sich im zweiten und dritten Quartal bei rund 150 ein.

Nach dem Amtsantritt von Premierministerin Sanae Takaichi im Oktober beschleunigte sich der Absturz. Ihre expansive Fiskalpolitik löste einen Yen-Ausverkauf aus und trieb die Renditen langfristiger japanischer Staatsanleihen in die Höhe. Zwischen ihrem Amtsantritt und dem 23. Januar verlor der Yen 5,9 Prozent.

Eine gemeldete "Zinsprüfung" durch die New York Federal Reserve für das Währungspaar Dollar/Yen am 23. Januar stoppte den Fall vorübergehend. Marktbeobachter vermuten dahinter eine mögliche Vorbereitung für Interventionen – ein ungewöhnlicher Schritt für eine traditionelle Fluchtwährung.

Schweizer Franken kämpft mit eigener Stärke

Der Schweizer Franken gewann zwar an Wert, doch die Aufwertung stellt die Schweizer Wirtschaft vor Herausforderungen. Für ein Land mit ungewöhnlich niedriger Inflation und starker Exportabhängigkeit kann eine zu starke Währung zum Problem werden. Sie verteuert Schweizer Produkte auf dem Weltmarkt und belastet die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie.

Die Neubewertung der traditionellen Fluchtwährungen zwingt Anleger zum Umdenken. Die historische Annahme, dass Dollar, Yen und Franken in Krisenzeiten automatisch profitieren, gilt offenbar nicht mehr uneingeschränkt. Geopolitische Unsicherheit und unkonventionelle Wirtschaftspolitik haben die Währungsmärkte in eine neue Ära geführt.

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