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Shopify-Präsident: KI läutet goldenes Zeitalter des Unternehmertums ein

Harley Finkelstein sieht KI als Turbo für Gründer – Traffic von ChatGPT und Gemini verdreifachte sich binnen eines Jahres.

Shopify-Präsident: KI läutet goldenes Zeitalter des Unternehmertums ein

Shopify-Präsident Harley Finkelstein sieht Künstliche Intelligenz als entscheidenden Treiber für eine neue Ära des Unternehmertums. In der CNBC-Sendung „Mad Money" erklärte er gegenüber Moderator Jim Cramer: „KI versetzt das Unternehmertum in den Turbomodus. Dies wird das goldene Zeitalter des Unternehmertums sein, und Shopify ist der Motor dahinter." Finkelstein zufolge erleichtert KI es Gründern heute mehr denn je, ein Unternehmen aufzubauen und zu skalieren.

Besonders bemerkenswert: Der Traffic und die Bestellungen, die von KI-Plattformen wie ChatGPT und Gemini an Shopify-Stores weitergeleitet wurden, haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Dies helfe insbesondere kleineren Marken, Käufer zu erreichen, die sie über die herkömmliche Suche möglicherweise nie gefunden hätten. „KI-Kanäle wie ChatGPT und Gemini entwickeln sich zu unglaublich leistungsstarken Discovery-Engines für Shopify-Stores", so Finkelstein.

KI stärkt den „Long Tail" des Handels

Ein zentrales Argument des Shopify-Präsidenten ist die Demokratisierung des E-Commerce durch KI. Er verwies darauf, dass 75 Prozent der KI-gesteuerten Käufe im abgelaufenen Quartal aus Produktkategorien außerhalb der Top 100 stammten. Das bedeutet: KI hilft nicht nur großen Marken, sondern vor allem unabhängigen Händlern, neben etablierten Playern zu bestehen. Finkelstein bezeichnete diese Händler als den „Long Tail" des Handels – ein Begriff aus der Wirtschaft, der die Vielzahl kleiner Nischenanbieter beschreibt, die zusammen einen erheblichen Marktanteil ausmachen.

Shopify selbst ist eine E-Commerce-Plattform, die es jedem ermöglicht, einen digitalen Shop aufzubauen und Produkte zu verkaufen – ganz ohne Programmierkenntnisse. Die Plattform bietet Vorlagen für das Website-Design, verfolgt Lagerbestände und wickelt Kundenzahlungen zentral ab. Darüber hinaus steht Shopify hinter der lilafarbenen Shop-App, einem All-in-One-Hub, über den Nutzer Pakete verfolgen, Zahlungsdaten für schnelle Checkouts speichern und Produkte verschiedener Shopify-Händler entdecken können.

Sidekick: KI-Assistent beschleunigt erste Verkäufe

Finkelstein hob auch Shopifys eigenen KI-Assistenten „Sidekick" hervor. Im zweiten Quartal wickelte Sidekick 34 Millionen Konversationen ab, da immer mehr Händler das Tool für die Gründung und Verwaltung ihrer Unternehmen nutzen. Laut Finkelstein erreichen Unternehmer, die Sidekick während des Onboardings einsetzen, ihre ersten fünf Verkäufe schneller – ein Meilenstein, der oft darüber entscheidet, ob ein neues Unternehmen an Fahrt gewinnt.

„Alle 26 Sekunden erzielt ein brandneuer Unternehmer seinen ersten Verkauf auf Shopify", sagte Finkelstein. „Die Tatsache, dass Sidekick mehr Händlern hilft, schneller erfolgreich zu sein, ist wirklich sehr wichtig." Diese Zahlen unterstreichen, wie stark KI-Tools den Einstieg in den E-Commerce verändern.

Starke Quartalszahlen treiben Aktie an

Die positiven Aussagen Finkelsteins kamen nicht von ungefähr: Shopify meldete Quartalsergebnisse, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Das Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Volume, GMV) – also der Gesamtwert aller über die Plattform abgewickelten Transaktionen – stieg auf fast 116 Milliarden US-Dollar. Damit verzeichnete Shopify das fünfte Quartal in Folge ein GMV-Wachstum von mehr als 30 Prozent.

Die Shopify-Aktie reagierte mit einem Kursanstieg von rund 17 Prozent auf die starken Zahlen. Dennoch liegt das Papier im laufenden Jahr noch immer rund 8 Prozent im Minus. Für deutsche Anleger, die den globalen E-Commerce-Sektor beobachten, zeigt das Shopify-Beispiel eindrucksvoll, wie KI-Integration zu einem handfesten Wachstumstreiber werden kann – sowohl für die Händler auf der Plattform als auch für das Unternehmen selbst.

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