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Shift4-CEO: FIFA-WM 2026 ist Schaufenster, kein Test

Zahlungsabwickler Shift4 steuert den Zahlungsverkehr in WM-Stadien und sieht das Turnier als Chance zur Leistungsdemonstration.

Shift4-CEO: FIFA-WM 2026 ist Schaufenster, kein Test

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat offiziell in den USA, Kanada und Mexiko begonnen. Für Shift4, einen der führenden Zahlungsabwickler im amerikanischen Markt, ist das Mega-Event weit mehr als ein sportliches Spektakel. Das Unternehmen steuert den Zahlungsverkehr im MetLife Stadium – dem Austragungsort des Endspiels – sowie im Hard Rock Stadium in Miami und bei Hunderttausenden von Unternehmen aller Größenordnungen, von großen Hotels bis hin zu kleinen Pizzerien.

In einem exklusiven Gespräch mit Investing.com erläuterte Shift4-CEO Taylor Lauber, warum er das Turnier nicht als Belastungsprobe, sondern als Bühne für die Stärken seines Unternehmens begreift. „Die Weltmeisterschaft ist perfekt geeignet, um unsere Stärken zu präsentieren", sagte Lauber. Das Turnier sei eine Demonstration der „Infrastruktur und Kapazitäten, die wir bereits aufgebaut haben."

Volumenspitzen gehören zum Kerngeschäft

Auf die Frage, ob das Turnier zusätzliche Investitionsausgaben oder besondere Vorbereitungen erfordere, gab sich Lauber gelassen. „Ein populäres Konzert kann oft genauso viele oder sogar mehr Fans anziehen als ein ausverkauftes Sportereignis. Die Unterstützung von starken Spitzen im Transaktionsvolumen gehört daher bereits zum Kerngeschäft von Shift4", erklärte er. Für Shift4 ist der Umgang mit unvorhersehbaren Volumenspitzen und der Betrieb bei maximaler Kapazität demnach Routine – kein Sonderfall.

Lauber betonte zudem den Wert der Stadien als Beweisstück für das gesamte Shift4-Ökosystem. „Wenn Kunden sehen, dass unsere Plattform in Momenten der Spitzennachfrage, wie während der Weltmeisterschaft oder in der Halbzeitpause des Super Bowl, Leistung erbringt, gibt ihnen das die Gewissheit, dass Shift4 mit ihren Unternehmen mitwachsen kann", sagte er. Das Erlebnis in Echtzeit sei dabei überzeugender als jede Präsentation: „Man kann die Vorteile des integrierten Handels erklären, aber ihn in Echtzeit zu erleben, ist wie ein Aha-Erlebnis."

Global Blue-Übernahme als strategischer Hebel

Der massive Zustrom internationaler Besucher rückt auch die sogenannte Take-Rate von Shift4 in den Fokus – eine Branchenkennzahl, die den Anteil an jeder Transaktion angibt, den ein Zahlungsunternehmen einbehält. Lauber räumte ein, dass Verschiebungen im Mix eine Rolle spielen können, sieht den Ausblick jedoch stabil. „Während die internationale Expansion und größere Händler dies verstärken können, fühlen wir uns mit unserer aktuellen Position und unserem Kurs wohl", sagte er.

Das Vertrauen speist sich maßgeblich aus der Übernahme von Global Blue, die im Juli 2025 abgeschlossen wurde. „Global Blue hat zudem neue Funktionen wie die dynamische Währungsumrechnung eingeführt, die sowohl die Spanne erhöhen als auch die Kosten für die Händler senken kann", erklärte Lauber. „Das ist eine der wichtigsten Synergiechancen aus dieser Akquisition." Die WM mit ihren Millionen ausländischer Besucher bietet damit ein reales Testfeld für genau diese Funktionen.

Aktienkurs spiegelt Unternehmensleistung nicht wider

Lauber wich auch der Frage nach der jüngsten Underperformance der Shift4-Aktie nicht aus. „Wir sind der Meinung, dass die jüngste Kursentwicklung nicht die zugrunde liegende Performance des Unternehmens widerspiegelt", sagte er. Er verwies darauf, dass der Aktienkurs trotz einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 35 Prozent beim Bruttoumsatz abzüglich Netzwerkgebühren seit 2019 und eines deutlich höheren bereinigten EBITDA nahe dem Niveau des sechs Jahre alten Börsengangs liegt.

Den Druck auf die Aktie führt Lauber auf externe Faktoren zurück. „Ich glaube, das aktuelle Umfeld spiegelt eine allgemeine Skepsis im Sektor und eine breitere Angst davor wider, wie sich KI auf Unternehmen in allen Branchen auswirken wird", beobachtete er. Dennoch betonte er den internen Fokus: „Vorerst generieren wir weiterhin einen starken Cashflow und konzentrieren uns auf das, was wir kontrollieren können: die Umsetzung unserer Strategie, die laufende Integration von Global Blue und die Schaffung von langfristigem Wert für die Aktionäre."

Für Lauber ist die Botschaft klar: Die WM 2026 ist kein Test für die Systeme von Shift4 – sie ist eine globale Bühne, auf der das Unternehmen Zuverlässigkeit bei hohem Volumen, internationale Kapazitäten und die Breite seines Ökosystems weit über das Stadion hinaus unter Beweis stellen will.

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