Sherritt weist Antrag auf außerordentliche Hauptversammlung zurück
Das kanadische Bergbauunternehmen lehnt die Forderung seines größten Investors nach einer vorzeitigen Board-Abstimmung ab.

Die Sherritt International Corp. hat den Antrag ihres größten Investors auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zurückgewiesen. Der Investor Kyma Capital Ltd. hatte gefordert, die Aktionäre über die Ablösung des Verwaltungsratsvorsitzenden sowie eines weiteren Board-Mitglieds abstimmen zu lassen. Das in Toronto ansässige Bergbauunternehmen steht derzeit wegen Gesprächen mit einem Verbündeten von US-Präsident Donald Trump unter verstärkter öffentlicher Beobachtung.
Sherritt begründete die Ablehnung des Antrags mit kanadischem Recht. Da die ordentliche Jahreshauptversammlung bereits einberufen worden sei, gelte der Antrag auf eine außerordentliche Versammlung als rechtlich unwirksam. Damit folgt das Unternehmen einem formalen Verfahrensweg, der im kanadischen Gesellschaftsrecht klar geregelt ist.
Kyma-Vorschläge kommen dennoch auf die Tagesordnung
Trotz der Zurückweisung des außerordentlichen Antrags hat Sherritt angekündigt, dass die Vorschläge von Kyma Capital Ltd. den Aktionären auf der regulären Jahreshauptversammlung vorgelegt werden. Diese ist für den 15. Dezember angesetzt. Damit erhalten die Aktionäre die Möglichkeit, über die umstrittenen Personalfragen im Verwaltungsrat abzustimmen – allerdings im Rahmen des ordentlichen Verfahrens und nicht auf einer vorgezogenen Sonderversammlung.
Für Aktionäre und Beobachter ist die Situation bei Sherritt aus mehreren Gründen bemerkenswert. Zum einen zeigt der Konflikt zwischen dem Unternehmen und seinem größten Investor Kyma Capital Ltd. die klassischen Züge eines aktivistischen Investorenstreits: Ein Großaktionär versucht, Einfluss auf die Zusammensetzung des Verwaltungsrats zu nehmen und nutzt dafür das Instrument der außerordentlichen Hauptversammlung. Solche Auseinandersetzungen sind im angelsächsischen Kapitalmarktumfeld, zu dem auch Kanada gehört, durchaus verbreitet.
Verbindung zu Trump-Verbündetem sorgt für Aufmerksamkeit
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Zur AktienanalyseBesondere Aufmerksamkeit erhält der Fall durch die Berichte über Gespräche von Sherritt mit einem Verbündeten von US-Präsident Donald Trump. Details zu diesen Gesprächen oder deren Inhalt gehen aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Die Verbindung zu einem politisch prominenten Umfeld verleiht dem Unternehmensstreit jedoch eine zusätzliche Dimension, die über einen gewöhnlichen Aktionärskonflikt hinausgeht.
Sherritt International ist ein kanadisches Bergbauunternehmen mit Sitz in Toronto. Das Unternehmen ist vor allem im Nickel- und Kobaltabbau tätig und operiert unter anderem in Kuba. Die Jahreshauptversammlung am 15. Dezember dürfte damit zu einem wichtigen Termin für die künftige Ausrichtung des Unternehmens und die Zusammensetzung seines Führungsgremiums werden. Aktionäre und Marktbeobachter werden die Entwicklungen bis dahin genau verfolgen.


