Sherritt International: Handelsverbot wegen Kuba-Sanktionen verhängt
Die Ontario Securities Commission suspendierte den Handel mit Sherritt-Aktien nach versäumter Quartalseinreichung infolge neuer US-Sanktionen gegen Kuba.

Die Ontario Securities Commission (OSC) hat mit Wirkung zum 21. Mai ein Handelsverbot gegen die an der Toronto Stock Exchange (TSX) notierte Sherritt International Corporation verhängt. Grund ist die versäumte Einreichung des Finanzberichts für das erste Quartal, der bis zum 15. Mai hätte vorgelegt werden müssen. Die Aktien des Bergbauunternehmens bleiben so lange vom Handel ausgesetzt, wie das Verbot in Kraft ist.
Sherritt hatte bereits Anfang des Monats gewarnt, dass ein am 1. Mai von der US-Regierung angekündigter Präsidialerlass das Unternehmen vor erhebliche operative, finanzielle und rechtliche Schwierigkeiten stellen würde. Der Erlass sieht ausgeweitete Sanktionen gegen Kuba vor und richtet sich gegen nahezu alle Nicht-US-Bürger und Unternehmen, die Geschäfte auf der kommunistisch regierten Insel tätigen. Kuba unterliegt bereits seit den 1960er Jahren umfassenden US-Wirtschaftssanktionen.
Kerngeschäft in Kuba direkt betroffen
Sherritt baut im Osten Kubas Kobalt und Nickel ab und verarbeitet die Metalle anschließend in seiner Raffinerie in der kanadischen Provinz Alberta. Das Unternehmen hat inzwischen seine direkte Beteiligung an Joint-Venture-Aktivitäten in Kuba ausgesetzt und arbeitet nach eigenen Angaben mit Stakeholdern und Beratern zusammen, um geeignete Schritte zur Umsetzung des US-Präsidialerlasses einzuleiten. Wann das Unternehmen in der Lage sein wird, die Einreichungen für das erste Quartal abzuschließen, ist derzeit nicht absehbar.
Die neuen US-Maßnahmen konzentrieren sich auf Schlüsselsektoren der kubanischen Wirtschaft, darunter Verteidigung, Bergbau, Finanzen und Sicherheit. Für Sherritt als eines der wenigen westlichen Unternehmen mit bedeutenden Bergbauaktivitäten auf der Insel sind die Auswirkungen damit besonders gravierend.
Eskalierender Druck auf Kuba unter Trump
Dies ist nicht das erste Mal, dass Sherritt seine Aktivitäten in Kuba einschränken musste. Bereits im Februar hatte das Unternehmen eine vorübergehende Einstellung seiner Kuba-Aktivitäten angekündigt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine De-facto-Treibstoffblockade gegen die Insel verhängt hatte. Trump hatte Anfang Januar den venezolanischen Staatschef unter Druck gesetzt – Venezuela gilt als wichtigster Verbündeter Kubas – und anschließend alle bis auf einen russischen Tanker an der Öllieferung auf die Insel gehindert.
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Zur AktienanalyseDiese Blockade verschärfte die ohnehin chronischen Stromausfälle auf der Insel erheblich und führte zu einem weitreichenden Mangel an Benzin, Diesel und Kerosin. Mit dem nun verhängten Präsidialerlass setzt die Trump-Administration ihren wirtschaftlichen Druck auf Kuba weiter fort. Beobachter gehen davon aus, dass Washington hofft, durch intensiven wirtschaftlichen Druck die kubanische Regierung nach 67 Jahren Einparteienherrschaft zu destabilisieren.
Für Sherritt und seine Aktionäre bedeutet die aktuelle Situation eine Phase erheblicher Unsicherheit. Solange das Handelsverbot der OSC besteht und keine Klarheit über die rechtliche und operative Zukunft des Kuba-Geschäfts herrscht, bleibt die Aktie für Anleger unhandelbar.


