Shell revidiert Prognosen für LNG und Handelsergebnisse
Wertminderungen, sinkende Nachfrage und auslaufende Absicherungen belasten das vierte Quartal

Shell hat seine Produktionserwartungen für verflüssigtes Erdgas (LNG) im vierten Quartal nach unten korrigiert und rechnet mit deutlich niedrigeren Ergebnissen im Handel mit Öl und Gas im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten. Dies wurde im Rahmen eines Handelsupdates vor den für den 30. Januar angekündigten Jahresergebnissen mitgeteilt. Das Unternehmen gab zudem bekannt, nicht zahlungswirksame, nach Steuern berechnete Wertminderungen in Höhe von 1,5 bis 3 Milliarden US-Dollar zu erwarten, darunter bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar in der Sparte für erneuerbare Energien. Diese Wertminderungen betreffen Vermögenswerte in Europa und Nordamerika.
Bereits im Dezember hatte Shell erklärt, sich aus neuen Investitionen in Offshore-Windprojekte zurückzuziehen und die Stromsparte nach einer umfassenden Geschäftsprüfung neu zu strukturieren. Diese Maßnahmen sind Teil der Strategie des CEO Wael Sawan, sich auf die profitabelsten Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Im Zuge der Ankündigungen fiel der Aktienkurs des Unternehmens um 1,5 Prozent.
Die größten Öl- und Gasunternehmen weltweit verzeichneten im Jahr 2024 rückläufige Gewinne, nachdem sie in den vorangegangenen zwei Jahren Rekordergebnisse erzielt hatten. Ursache hierfür sind stabilisierte Energiepreise und eine nachlassende globale Ölnachfrage. Auch Exxon Mobil kündigte an, dass schwächere Ergebnisse im Raffineriegeschäft und anderen Unternehmensbereichen die Gewinne im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um etwa 1,75 Milliarden US-Dollar reduzieren würden.
Als weltgrößter Händler für verflüssigtes Erdgas teilte Shell mit, dass die Ergebnisse der LNG-Handelssparte im vierten Quartal aufgrund auslaufender Absicherungsgeschäfte aus dem Jahr 2022 erheblich niedriger ausfallen dürften. Diese Absicherungen wurden ursprünglich eingeführt, um potenzielle Verluste aus der russischen Produktion nach der Invasion der Ukraine zu kompensieren. Auch im Chemie- und Ölproduktgeschäft rechnet Shell mit deutlich geringeren Ergebnissen im Vergleich zum Vorquartal, was auf eine saisonal bedingt niedrigere Nachfrage zurückgeführt wird.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Prognose für die LNG-Produktion im vierten Quartal wurde auf 6,8 bis 7,2 Millionen Tonnen angepasst, nachdem zuvor 6,9 bis 7,5 Millionen Tonnen erwartet worden waren. Grund für die Reduktion seien geringere Gaslieferungen an Verflüssigungsanlagen sowie eine reduzierte Anzahl an Lieferungen. Shell gab an, dass diese Entwicklungen jedoch voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Renditen für die Aktionäre haben werden.


