Shein plant Hongkonger Börsengang mit Bewertung von bis zu 40 Milliarden Dollar
Der Fast-Fashion-Riese Shein strebt laut Reuters bereits für Mitte August einen Börsengang in Hongkong an.

Der chinesische Online-Fast-Fashion-Händler Shein treibt seine Börsenpläne in Hongkong mit Nachdruck voran. Laut einem Bericht von Reuters vom Dienstag, der sich auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, peilt das Unternehmen eine Bewertung zwischen 30 und 40 Milliarden US-Dollar an. Der Börsengang könnte demnach bereits Mitte bis Ende August starten.
Als konkretes Zeichen für die fortgeschrittenen Vorbereitungen begann Shein bereits in der vergangenen Woche mit Investorentreffen im Vorfeld der Transaktion. Solche sogenannten Pre-IPO-Roadshows dienen dazu, institutionelle Investoren für den bevorstehenden Börsengang zu gewinnen und die Nachfrage nach den Aktien zu sondieren. Der Zeitplan deutet auf eine zügige Umsetzung hin.
Drastischer Bewertungsabschlag gegenüber Höchststand
Besonders auffällig ist der massive Rückgang der angestrebten Bewertung im Vergleich zu früheren Finanzierungsrunden. Im Jahr 2022 wurde Shein noch mit beeindruckenden 98,2 Milliarden US-Dollar bewertet – ein Wert, der das Unternehmen damals zu einem der wertvollsten privaten Unternehmen der Welt machte. Selbst in späteren privaten Finanzierungsrunden im Jahr 2023 sowie im April 2024 wurde noch eine Bewertung von 64 Milliarden US-Dollar gemeldet.
Die nun angestrebten 30 bis 40 Milliarden US-Dollar bedeuten gegenüber dem Höchstwert von 2022 einen Abschlag von mehr als 60 Prozent. Auch im Vergleich zur zuletzt gemeldeten Bewertung von 64 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2024 entspricht dies einem Rückgang von rund 38 bis 53 Prozent. Dieser erhebliche Bewertungsabschlag spiegelt das veränderte Marktumfeld für Technologie- und E-Commerce-Unternehmen wider.
Hongkong als Börsenplatz der Wahl
Shein hatte ursprünglich auch einen Börsengang in den USA und später in London in Betracht gezogen, bevor das Unternehmen seinen Fokus auf Hongkong verlagerte. Der Hongkonger Aktienmarkt gilt als wichtige Drehscheibe für chinesische Unternehmen, die internationales Kapital anziehen möchten. Eine Notierung dort würde Shein Zugang zu einem breiten Kreis asiatischer und internationaler Investoren verschaffen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist der Fall Shein ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark sich die Bewertungen von Wachstumsunternehmen innerhalb weniger Jahre verschieben können. Unternehmen, die in Boomzeiten mit astronomischen Summen bewertet wurden, müssen sich bei einem tatsächlichen Börsengang oft deutlich bescheidener präsentieren. Die Marktbedingungen, das regulatorische Umfeld und das Investorenvertrauen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Shein ist bekannt für sein ultraschnelles Fast-Fashion-Modell, das auf datengetriebener Produktion und aggressiven Preisen basiert. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren weltweit Millionen von Kunden gewonnen, steht jedoch auch unter Beobachtung hinsichtlich Arbeitsbedingungen in der Lieferkette sowie Fragen zum Datenschutz und zu Zollregelungen. Wie sich diese Faktoren auf die Investorennachfrage beim geplanten Börsengang auswirken werden, bleibt abzuwarten.


