Shangri-La-Dialog 2026: Die wichtigsten Zitate zu Verteidigung und Asien-Pazifik
Beim führenden Verteidigungsgipfel Asiens sprachen hochrangige Vertreter Klartext zu Verteidigungsausgaben, Multilateralismus und regionaler Sicherheit.

Beim IISS Shangri-La-Dialog 2026 haben Verteidigungsminister, Generäle und Diplomaten aus aller Welt ihre Positionen zu den drängendsten Sicherheitsfragen unserer Zeit dargelegt. CNBC zeichnete die markantesten Aussagen des führenden Verteidigungsgipfels Asiens auf. Die Bandbreite der Themen reichte von steigenden Verteidigungsausgaben über den Taiwan-Konflikt bis hin zur Zukunft der regelbasierten internationalen Ordnung.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth setzte beim Gipfel klare Signale in Richtung der Verbündeten Washingtons. „Verbündete, die sich weigern, ihren Beitrag zu leisten und ihren Teil der Last für unsere kollektive Verteidigung zu tragen, werden mit einer deutlichen Veränderung unserer Zusammenarbeit konfrontiert werden", sagte Hegseth. Gleichzeitig bekräftigte er den Anspruch der USA in der Region: „Amerika ist eine pazifische Nation, und wir bestehen darauf, dass China unsere langjährige Position in der Region respektiert."
Die niederländische stellvertretende Ministerpräsidentin und Verteidigungsministerin Dilan Yesilgoz-Zegerius wählte eine besonders eindringliche Metapher, um die Dringlichkeit höherer Verteidigungsausgaben zu unterstreichen: „Sie haben die Wahl: Entweder stehen Sie auf der Speisekarte oder Sie sitzen mit am Tisch. Und wenn Sie Ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöhen und nicht sicherstellen, dass Sie auch Ergebnisse liefern, dann werden Sie auf der Speisekarte stehen."
Verteidigungsausgaben und kollektive Sicherheit
Auch die Philippinen bekräftigten ihren Kurs zu mehr militärischer Eigenständigkeit. Verteidigungsminister Gilberto Teodoro erklärte, sein Land sei „fest entschlossen, seine eigene Widerstandsfähigkeit durch höhere Verteidigungsausgaben zu stärken, indem es sich auf den Erwerb größerer Kapazitäten und wirksamerer Abschreckungsmittel vorbereitet". Gleichzeitig betonte er die Bedeutung von Allianzen: Kein Land könne diese Herausforderungen allein bewältigen.
General Jennie Carignan, Generalstabschefin der kanadischen Streitkräfte, unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit multilateraler Zusammenarbeit: „Verteidigung ist ein wichtiger Teil der Aufrechterhaltung unserer individuellen Souveränität als Länder, und die Fähigkeit, sich zusammenzuschließen, um die Kapazitäten des jeweils anderen zu ergänzen, ist unglaublich wichtig. Kein Land kann das alles allein schaffen."
Singapurs Verteidigungsminister Chan Chun Sing mahnte dabei zur Besonnenheit: „Je mächtiger wir sind, desto mehr Anstrengungen müssen wir unternehmen, um andere zu beruhigen, denn letztlich achten die Akteure im Verteidigungssektor nicht nur auf Fähigkeiten, sondern auf Absichten."
Spannungen im Asien-Pazifik-Raum
Besonders kontrovers diskutiert wurde die Lage rund um Taiwan und Chinas Rolle in der Region. Cui Tiankai, ehemaliger stellvertretender Außenminister Chinas, bekräftigte Pekings Position: „Wenn das Ein-China-Prinzip gewahrt bleibt, wenn es keine Einmischung von außen in Chinas Prozess der nationalen Wiedervereinigung gibt, dann wären wir Chinesen auf beiden Seiten der Taiwanstraße vollauf in der Lage, eine Lösung zu finden."
Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi wies Vorwürfe des „Neo-Militarismus" gegen sein Land scharf zurück: „Es gibt ein Land, das über ein riesiges Arsenal an Kernwaffen und strategischen Bombern verfügt. Japan besitzt keine dieser Waffen, und dennoch wird Japan als ‚neo-militaristisch' abgestempelt. Ist das nicht seltsam?" Die Philippinen gingen noch weiter: Verteidigungsminister Teodoro warf China vor, „keine Reue für seinen Expansionismus" zu zeigen und gegenüber der eigenen Bevölkerung „in keiner Weise rechenschaftspflichtig" zu sein.
Vietnams Präsident To Lam plädierte für einen ausgewogenen Ansatz in der Region: „Der asiatisch-pazifische Raum ist ein offener Raum, und alle Länder mit legitimen Interessen können eine Rolle dabei spielen, zu Frieden, Stabilität und Entwicklung beizutragen. Was die Region sucht, ist weder die bloße Anwesenheit noch die Abwesenheit einer Großmacht. Was sie sucht, ist verantwortungsvolles Engagement."
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Zur AktienanalyseKritik an der globalen Sicherheitsordnung
Mehrere Redner übten deutliche Kritik an den bestehenden internationalen Strukturen. Malaysias Verteidigungsminister Mohamed Khaled bin Nordin beklagte, dass „Verträge, humanitäre Prinzipien und internationale Verpflichtungen missachtet und selektiv interpretiert" würden, „wann immer diese nicht mit geopolitischen Interessen übereinstimmen". Generalmajor Meng Xiangqing von der Nationalen Verteidigungsuniversität der Volksbefreiungsarmee Chinas forderte eine Reform der globalen Sicherheitsgovernance: „Die entwickelten Länder sind überrepräsentiert, während die Entwicklungsländer stark unterrepräsentiert sind."
Australiens stellvertretender Premierminister Richard Marles verteidigte hingegen die regelbasierte Ordnung: „Die globalen Regeln geben einem Land wie Australien, einer Mittelmacht, eine Handlungsfähigkeit, die eine Welt, die allein von Macht und Stärke regiert wird, nicht bietet."
General Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, äußerte sich besorgt über ausbleibenden Dialog mit China: „In meinen 42 Jahren als Soldat habe ich noch nie so gefährliche Zeiten erlebt, wie wir sie heute in der Welt erleben." Der ehemalige ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin beschrieb den Shangri-La-Dialog als wichtigen Rahmen für Gespräche zwischen dem „kollektiven Westen" und einem „fragmentierten Asien" – denn ein „kollektives Asien" gebe es nicht mehr.

