Seriti Green nimmt erstes 155-MW-Windprojekt in Südafrikas Kohle-Herz in Betrieb
Im südafrikanischen Kohle-Zentrum Mpumalanga gehen 25 Windturbinen ans Netz – mit Präsident Ramaphosa als Ehrengast.

Der südafrikanische Bergbaukonzern Seriti Resources hat mit seinem Tochterunternehmen Seriti Green einen bedeutenden Meilenstein in der Energiewende erreicht: Die ersten 25 Turbinen des Windparks Ummbila Emoyeni haben offiziell den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Die Inbetriebnahme wurde am 31. Juli im Rahmen einer Zeremonie unter dem Vorsitz von Präsident Cyril Ramaphosa gewürdigt. Das Projekt entsteht ausgerechnet im Kohle-Zentrum der Provinz Mpumalanga – in Sichtweite des riesigen Secunda-Kohleverflüssigungskomplexes und in unmittelbarer Nähe zu drei Kraftwerken des staatlichen Energieversorgers Eskom.
Diese erste Phase umfasst 155 MW und markiert den Auftakt eines deutlich größeren Vorhabens. Seriti Green plant in Mpumalanga einen Gesamtausbau erneuerbarer Energien auf 900 MW. Der Bau des ersten Teilprojekts hatte im April 2023 begonnen. Der isiZulu-Name „Ummbila Emoyeni" bedeutet übersetzt „Mais im Wind" – ein Verweis auf die landwirtschaftlichen Flächen in Bethal, Davel und Morgenzon, auf denen die Turbinen stehen und auf denen teilweise weiterhin Mais angebaut und Viehzucht betrieben wird.
Milliarden-Investitionen und starke Bankpartner
Bislang hat Seriti 15 Milliarden Rand in das Windprojekt investiert. An dem Vorhaben halten auch die Standard Bank und die Rand Merchant Bank Eigenkapitalbeteiligungen. Während der Zeremonie wurde zudem eine neue Vereinbarung mit der Standard Bank über weitere 10 Milliarden Rand unterzeichnet, womit sich die gesamte Investitionszusage auf 25 Milliarden Rand erhöht. Für den Bau wurde ein weiterer EPC-Vertrag (Engineering, Procurement and Construction) mit dem chinesischen Turbinenlieferanten Goldwind abgeschlossen, der bereits 48 Turbinen vor Ort installiert hat, von denen 25 nun in Betrieb sind.
Für den Netzanschluss der Windparks wurde ein zentrales Umspannwerk für 1,2 Milliarden Rand errichtet, das in beeindruckenden 17 Monaten fertiggestellt und bereits an die National Transmission Company South Africa übergeben wurde. Die Baukonzerne Stefanutti Stocks und Tractionel waren maßgeblich an der Umsetzung beteiligt. Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) wurden mit den Energiehändlern Energy Exchange, NOA und Etana Energy unterzeichnet – letzterer paraphierte seinen Vertrag direkt während der Zeremonie.
Kein Greenwashing, sondern strategische Transformation
Mike Teke, CEO von Seriti Resources und Vorsitzender von Seriti Green, wies den Vorwurf des „Greenwashings" entschieden zurück. Er betonte, dass die Investition das Ziel der Gruppe unterstreiche, ein vollwertiges „Energieunternehmen" zu sein, das in Wind-, Solar- und Batterietechnik investiert – während es gleichzeitig weiterhin Kohle fördert, unter anderem in der neuen Naudesbank-Grube mit einer geplanten Lebensdauer von 20 Jahren. Die eigenen Kohleminen des Konzerns gehören dabei zu den Hauptabnehmern des im Windpark erzeugten Stroms.
Peter Venn, CEO von Seriti Green, skizzierte die weiteren Ausbaupläne mit sichtlicher Begeisterung: „Auf der gegenüberliegenden Straßenseite planen wir die Entwicklung weiterer 600 MW Windenergie." Gemeinsam mit dem geplanten Windpark Phefumula Emoyeni sollen insgesamt 187 Turbinen entstehen, die eines der größten Areale für erneuerbare Energien im südlichen Afrika bilden würden. Venn deutete an, dass das Unternehmen voraussichtlich insgesamt 40 Milliarden Rand in erneuerbare Energien in Mpumalanga investieren werde.
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Zur AktienanalyseGerechte Energiewende und neue Arbeitsplätze
Venn verknüpfte das Projekt ausdrücklich mit den Zielen der südafrikanischen Regierung für eine gerechte Energiewende („Just Energy Transition"). Bislang haben 2.100 Mitarbeiter an dem Projekt mitgewirkt, darunter viele Fachkräfte aus der Kohleindustrie. „Wir verfügen über großartige Kompetenzen im Kohlesektor – wir müssen sie lediglich auf die Anforderungen der Windenergie umschulen. Diese Fähigkeiten sind voll übertragbar, daher bin ich sehr zuversichtlich, dass wir mit Unterstützung der Regierung im nächsten Jahrzehnt 10.000 Arbeitsplätze im Bausektor für erneuerbare Energien schaffen können", schloss Venn.
Darüber hinaus schreiten die Pläne für ein Photovoltaik-Projekt auf rekultivierten Flächen neben dem Duvha-Kraftwerk voran, das in Partnerschaft zwischen Middelburg Mine Services und Eskom Green entwickelt wird. Auch Batteriespeichersysteme werden geprüft. Seriti Green betreibt sein neues Büro in Bethal (Mpumalanga) zugleich als Fernsteuerungs- und Schulungszentrum für den wachsenden Windparkbetrieb.


