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Senatorin Warren fordert Klarheit über US-Rentenalter-Pläne

Elizabeth Warren befragt die Trump-Regierung zur möglichen Anhebung des Renteneintrittsalters der Sozialversicherung – Fonds drohen 2032 zu erschöpfen.

Senatorin Warren fordert Klarheit über US-Rentenalter-Pläne

Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin, Massachusetts) hat Präsident Donald Trump in einem Brief vom Sonntagabend aufgefordert, die Haltung seiner Regierung zur möglichen Anhebung des Renteneintrittsalters der US-Sozialversicherung (Social Security) zu klären. Anlass ist ein aktueller Bericht der Treuhänder der Social Security Administration, der alarmierende Prognosen zur Finanzlage des Programms enthält.

Laut dem Treuhandbericht werden die Fonds, auf die die Sozialversicherung zur Auszahlung von Rentenleistungen angewiesen ist, bereits Ende 2032 erschöpft sein – in etwas mehr als sechs Jahren. Sollte der Gesetzgeber bis dahin keine Maßnahmen ergreifen, könnten nur noch 78 Prozent der Leistungen ausgezahlt werden. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu Warrens Schreiben.

Auf eine frühere Anfrage von CNBC zu den Plänen der Regierung – einschließlich einer möglichen Anhebung des Renteneintrittsalters – erklärte Sprecherin Liz Huston per E-Mail: „Präsident Trump wird die Sozialversicherung stets schützen und stärken." Eine konkrete Antwort auf die Frage nach dem Rentenalter blieb damit aus.

Politischer Druck aus beiden Lagern

Warrens Brief fällt zeitlich zusammen mit Berichten, wonach Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson einem Radiosender in Louisiana mitgeteilt haben soll, er beabsichtige, im nächsten Jahr einen Plan zur Adressierung der Ausgaben für Social Security, Medicare und Medicaid voranzutreiben. Das Republican Study Committee, eine große Gruppe republikanischer Abgeordneter, hatte in einem früheren Haushaltsvorschlag eine Anhebung des Renteneintrittsalters gefordert. In einer Pressemitteilung vom Januar erklärte die Gruppe jedoch, ihr neuester Haushalt gleiche den Etat aus, „ohne die Leistungen von Social Security oder Medicare zu kürzen" oder „das Renteneintrittsalter der Sozialversicherung anzuheben".

Grundsätzlich stehen dem Kongress zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit der Sozialversicherung drei Wege offen: Steuererhöhungen, Leistungskürzungen oder eine Kombination aus beidem. Experten betonen, dass eine Anhebung des Renteneintrittsalters faktisch einer Leistungskürzung gleichkommt – denn Bürger müssten den Rentenantrag hinauszögern, um ihre volle monatliche Leistung zu erhalten.

Derzeit erhalten Bezieher von Sozialversicherungsleistungen 100 Prozent ihrer Ansprüche, wenn sie das reguläre Renteneintrittsalter erreichen. Für Personen, die 1960 oder später geboren wurden, liegt dieses Alter bei 67 Jahren. Eine Anhebung dieser Grenze würde die Leistungen für alle verringern, die in diesem Alter oder früher in Rente gehen.

Historischer Hintergrund: Reform von 1983

Das aktuelle Renteneintrittsalter von 67 Jahren ist das Ergebnis einer schrittweisen Anhebung, die der US-Kongress im Jahr 1983 beschlossen hatte – damals stand das Programm vor unmittelbaren Finanzierungsproblemen. Die Altersanpassungen wurden in ein Reformpaket aufgenommen, um die Zahlungsfähigkeit des Programms wiederherzustellen. Ursprünglich lag das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren.

Experten warnen jedoch, dass eine erneute Anhebung keine schnelle Lösung wäre. Joel Eskovitz, Senior Director für Sozialversicherung und Ersparnisse am AARP Public Policy Institute, erklärte während eines virtuellen Briefings zum Treuhandbericht, dass es beim letzten Mal Jahrzehnte dauerte, bis die Wirkung schrittweise eintrat. Zudem sei nicht klar, ob es sich um eine „ideale Lösung" handele. Eskovitz wies auch darauf hin, dass eine steigende Lebenserwartung nicht alle gleichermaßen betreffe – Menschen, die tendenziell länger leben, seien wohlhabend und verfügten über ein höheres Bildungsniveau.

Eine Anhebung des Renteneintrittsalters könnte laut Eskovitz zudem die Abschläge verschärfen, die Antragsteller hinnehmen müssen, wenn sie Leistungen bereits ab dem Alter von 62 Jahren in Anspruch nehmen.

Geteilte Expertenmeinungen

Jason Fichtner, Senior Fellow bei der National Academy of Social Insurance (NASI) und ehemaliger amtierender stellvertretender Kommissar der Social Security Administration, sieht die Anhebung des Renteneintrittsalters hingegen als eine Option, die in Betracht gezogen werden sollte – allerdings nur als Teil eines umfassenderen Reformpakets. Eine solche Anhebung müsste mit anderen Maßnahmen einhergehen, etwa der Einführung einer stärkeren Mindestleistung für Personen, die aufgrund gesundheitlicher Probleme oder körperlich anstrengender Berufe nicht über das 62. Lebensjahr hinaus arbeiten können. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters wäre keine sofortige Lösung, könnte dem Programm aber langfristig helfen, so Fichtner.

Die AARP, eine der einflussreichsten Interessenvertretungen älterer Amerikaner, lehnt hingegen alle Änderungen ab, die die Sozialversicherungszahlungen kürzen – einschließlich einer Anhebung des Renteneintrittsalters. Das bekräftigte Nancy LeaMond, Chief Advocacy and Engagement Officer der AARP, während eines Medienbriefings am 28. Mai. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025, durchgeführt von NASI, AARP, dem National Institute on Retirement Security und der US-Handelskammer, lehnen die Amerikaner Leistungskürzungen dieser Art mehrheitlich ab.

Demokratischer Gegenentwurf: Steuer auf Hoheinkommen

Als Alternative zur Anhebung des Renteneintrittsalters haben Warren und eine Gruppe von Senatoren – darunter Senator Bernie Sanders – im vergangenen Jahr den sogenannten „Social Security Expansion Act" vorgeschlagen. Der Gesetzentwurf soll nach Angaben der Initiatoren die Zahlungsfähigkeit der Sozialversicherung für 75 Jahre wiederherstellen und die Leistungen erhöhen, ohne Kürzungen wie eine Anhebung des Renteneintrittsalters vorzunehmen. Finanziert werden soll dies durch eine Ausweitung der Lohnsteuern auf Einkommen über 250.000 US-Dollar sowie durch eine Erhöhung der Steuer auf Netto-Anlageerträge.

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