Senator lobt neuen Fed-Chef Warsh nach erster Anhörung im Kongress
Republikanischer Senator Rounds würdigt Kevin Warshs Fokus auf Inflation bei zweitägigen Anhörungen auf dem Capitol Hill.

Senator Mike Rounds (Republikaner, South Dakota), Mitglied des Bankenausschusses des Senats, hat dem neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, Kevin Warsh, ein positives Zeugnis ausgestellt. In der CNBC-Sendung „Squawk Box" erklärte Rounds am Donnerstag, Warsh habe bei seinem Auftritt vor dem Kongress in dieser Woche den richtigen Ton getroffen. Damit erhält der neue Fed-Chef frühe Rückendeckung aus dem politischen Washington.
Warsh übernahm im Mai den Vorsitz der Federal Reserve und absolvierte in dieser Woche seine ersten zweitägigen Anhörungen auf dem Capitol Hill. Am Dienstag trat er vor dem Repräsentantenhaus auf, am Mittwoch folgte die Befragung durch den Senatsausschuss. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen zur Inflation sowie zur Unabhängigkeit der Zentralbank gegenüber der Regierung.
Fokus auf Inflation und Verbraucherkosten
Senator Rounds lobte Warsh insbesondere für seinen klaren Fokus auf das Thema Inflation. Dies stehe im Einklang mit den Bemühungen des Kongresses, die Verbraucherkosten zu senken und die Auswirkungen steigender Preise abzumildern. Als konkretes Beispiel nannte Rounds die jüngste Verabschiedung eines umfangreichen Wohnungsbaupakets, das darauf abzielt, die Kosten für Hauskäufer und Mieter zu senken sowie die Rolle institutioneller Investoren im Mietwohnungssektor zu begrenzen.
In der ersten Sitzung unter Warshs Vorsitz im Juni hielt die Fed die Zinssätze stabil. Damit setzte die Notenbank ihre abwartende Haltung fort, die bereits unter seinem Vorgänger Jerome Powell geprägt worden war. Für Anleger und Märkte bleibt die Zinspolitik der Fed eines der meistbeachteten Themen weltweit.
Unabhängigkeit der Fed im Fokus
Ein zentrales Thema der Anhörungen war die Frage nach der Unabhängigkeit der Federal Reserve vom Weißen Haus. Warsh war bestrebt, diese Unabhängigkeit klar zu betonen – ein Punkt, der in den vergangenen Monaten erheblich in die Kritik geraten war. Hintergrund ist die längere Auseinandersetzung zwischen Präsident Donald Trump und Warshs Vorgänger Jerome Powell.
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Zur AktienanalyseTrump hatte Powell monatelang öffentlich wegen der Zinssätze unter Druck gesetzt und sogar damit gedroht, ihn zu entlassen. Darüber hinaus leitete die Trump-Regierung eine strafrechtliche Untersuchung gegen den damaligen Fed-Vorsitzenden ein. Vor diesem Hintergrund war Warshs Ernennung durch Trump mit dem erklärten Ziel verbunden, die Zinssätze zu senken.
Die Frage der Zentralbankunabhängigkeit ist für Finanzmärkte von grundlegender Bedeutung. Eine politisch beeinflusste Geldpolitik gilt als Risikofaktor für Inflation und Währungsstabilität. Dass Warsh in seinen ersten Anhörungen dieses Thema proaktiv adressierte, wird von Beobachtern als wichtiges Signal gewertet. Für deutsche Anleger, die US-Märkte und den Dollar im Blick behalten, bleibt die Ausrichtung der Fed unter dem neuen Vorsitzenden ein entscheidender Faktor.


