Seltene Erden: Experte sieht unterschätzten Treiber des nächsten Rohstoffzyklus
Matt Fernley von Battery Materials Review erklärt, warum der Markt die strukturelle Nachfrage nach Seltenen Erden und Batteriematerialien massiv unterschätzt.

Matt Fernley, Managing Director von Battery Materials Review und Partner bei RK Equity, schlägt Alarm: Der Markt übersieht seiner Meinung nach einen der bedeutendsten Treiber des nächsten großen Rohstoffzyklus. Im Gespräch mit dem Investing News Network auf der Fastmarkets Global Battery Raw Materials Conference in Las Vegas legte Fernley dar, warum die Anlegerstimmung bei Batteriematerialien trotz verbesserter Fundamentaldaten noch nicht vollständig aufgeholt hat.
Fernley sieht in dieser Diskrepanz ein klares Muster: Der Markt konzentriere sich weiterhin auf kurzfristige Schlagzeilen und ignoriere dabei die längerfristige strukturelle Nachfrage. Konkret verwies er darauf, dass sich die Lithiumpreise gegenüber ihren Tiefstständen aus dem Jahr 2025 mehr als verdoppelt haben. Auch Nickel, Kobalt und andere Batterie-Rohstoffe gewinnen laut Fernley an Stärke.
Dennoch spiegeln viele Unternehmensbewertungen die verbesserte Wirtschaftlichkeit des Sektors noch nicht wider – ein Umstand, den Fernley als Chance für aufmerksame Investoren wertet.
Seltene Erden: Nachfrage als eigentlicher Treiber
Besonders deutlich positioniert sich Fernley beim Thema Seltene Erden. Er argumentiert, dass die größte Chance der Branche nicht in der Geopolitik oder in Exportbeschränkungen liege, sondern in der beschleunigten Nachfrage aus gleich mehreren Wachstumsbereichen:
- Robotik
- Elektrofahrzeuge (EVs)
- Erneuerbare Energien
- Verteidigungsanwendungen
Diese Kombination aus verschiedenen Nachfragetreibern macht Seltene Erden in Fernleys Augen zu einem „unentdeckten Juwel" – einem Segment, das der breite Markt noch nicht vollständig eingepreist hat.
Westliche Lieferketten vor großen Herausforderungen
Neben der Nachfrageseite analysierte Fernley auch die strukturellen Schwächen auf der Angebotsseite. Er identifizierte mehrere kritische Hindernisse für den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Ökosystems für Batteriematerialien außerhalb Chinas:
- Fehlende Verarbeitungskapazitäten
- Lücken in der Kathodenherstellung
- Mangelnde Investitionen in Junior-Entwickler
Diese Defizite machen es westlichen Ländern schwer, eine eigenständige und resiliente Lieferkette für kritische Mineralien aufzubauen. Für Deutschland und Europa ist dieses Thema besonders relevant, da die heimische Automobilindustrie und der Ausbau erneuerbarer Energien direkt von einer gesicherten Versorgung mit Batteriematerialien und Seltenen Erden abhängen.
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Zur AktienanalyseAusblick bis 2030
Fernleys Gesamtbild für die Märkte kritischer Mineralien bis 2030 ist von strukturellem Optimismus geprägt. Die Kombination aus steigenden Rohstoffpreisen, wachsender Nachfrage aus Technologie- und Energiesektoren sowie den Herausforderungen beim Aufbau westlicher Lieferketten dürfte den Sektor langfristig prägen. Anleger, die sich frühzeitig positionieren, könnten von der noch bestehenden Bewertungslücke profitieren – vorausgesetzt, sie sind bereit, die kurzfristige Volatilität zu akzeptieren und einen längeren Anlagehorizont einzuplanen.
Die Einschätzungen von Fernley stellen keine Anlageberatung dar. Investoren wird empfohlen, eine eigene Due-Diligence-Prüfung durchzuführen, bevor sie Anlageentscheidungen treffen.


