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SellerX-Versteigerung in letzter Minute abgesagt

Verhandlungen mit Gläubigern zeigen Fortschritte, Debt-Equity-Swap als mögliche Lösung im Gespräch

SellerX-Versteigerung in letzter Minute abgesagt

Die geplante Versteigerung des Onlinehändlers SellerX, die ursprünglich von Blackrock initiiert wurde, ist kurz vor dem angesetzten Termin abgesagt worden. SellerX konnte seine Kreditzinsen nicht mehr zahlen, weshalb der Gläubiger Blackrock das Unternehmen zur öffentlichen Auktion geben wollte. Die Versteigerung sollte im Hotel Bristol in Berlin stattfinden, wurde jedoch in letzter Minute durch die Anwaltskanzlei Freshfield Bruckhaus Deringer abgesagt. Die Gründe für die Absage wurden nicht bekannt gegeben, und auch Blackrock hat sich bisher nicht dazu geäußert.

SellerX begrüßte die Entscheidung, da sie darauf hindeutet, dass die Verhandlungen zwischen den Aktionären und Gläubigern über eine Restrukturierung der Kapitalstruktur Fortschritte machen. Es wurde bereits in der Vorwoche spekuliert, dass die Versteigerung möglicherweise nicht stattfinden würde, was sich nun bestätigt hat. Hinter den Kulissen wurde offenbar eine alternative Lösung zur Bewältigung der Finanzierungskrise gefunden. In den letzten Monaten verhandelten die Anteilseigner und Gläubiger über einen möglichen Kapitalschnitt, doch die Gespräche blieben lange Zeit ergebnislos. Dies führte schließlich dazu, dass Blackrock die Kredite fällig stellte und die Auktion ansetzte.

Geplant war, dass die Glas Trust Corporation die Auktion durchführen sollte. Der Käufer wäre nicht nur verpflichtet gewesen, das Stammkapital von rund 75.000 Euro zu zahlen, sondern auch alle bestehenden Darlehensverbindlichkeiten zu übernehmen. Wie hoch diese Verbindlichkeiten genau sind, ist nicht bekannt, da sowohl Blackrock als auch SellerX hierzu schweigen. Die Gründer von SellerX, Philipp Triebel und Malte Horeyseck, haben das operative Geschäft bereits verlassen, halten jedoch weiterhin Anteile am Unternehmen.

Es wird vermutet, dass die Ankündigung der Versteigerung vor allem als Druckmittel diente, um die Verhandlungen zu beschleunigen. Ein Eigentümerwechsel hätte möglicherweise bedeutet, dass die ursprünglichen Investoren fast ihr gesamtes Kapital verloren hätten, während Blackrock selbst zum Eigentümer hätte werden können. Nun scheint eine Lösung in Form eines sogenannten Debt-Equity-Swaps gefunden worden zu sein. Dabei würden die ausstehenden Kredite in Firmenanteile umgewandelt, was jedoch zur Folge hätte, dass die Anteile der bisherigen Investoren stark verwässert würden. Blackrock dürfte dadurch zum größten Anteilseigner von SellerX werden.

SellerX war ursprünglich als Vorzeigemodell eines Konsumgüterunternehmens der Zukunft bekannt und wurde als sogenanntes Einhorn mit über einer Milliarde Dollar bewertet. Wie andere Amazon-Aggregatoren kaufte SellerX erfolgreich laufende Marken auf und bündelte sie. Durch die wirtschaftlich angespannte Lage und steigende Zinsen sind jedoch die Schwierigkeiten im operativen Geschäft sichtbar geworden.

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