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Sell in May? Nasdaq 100 trotzt dem saisonalen Muster 2025

Trotz gemischter Anlegerstimmung und geopolitischer Spannungen sieht die UBS im Nasdaq 100 erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem Euro Stoxx 50.

Sell in May? Nasdaq 100 trotzt dem saisonalen Muster 2025

Das bekannte Börsensprichwort „Sell in May and go away" sorgt alljährlich für Diskussionen unter Anlegern. Doch in diesem Jahr sprechen sowohl historische Daten als auch aktuelle Marktanalysen gegen einen voreiligen Rückzug aus dem Markt. Besonders der Nasdaq 100 steht dabei im Fokus der Experten.

Die Anlegerstimmung zeigt sich derzeit gespalten. Die bullische Stimmung – also die Erwartung steigender Aktienkurse in den nächsten sechs Monaten – sank um 7,9 Prozentpunkte auf 38,1 Prozent. Sie liegt damit jedoch noch knapp über dem langfristigen Durchschnitt von 37,5 Prozent. Gleichzeitig stieg die bärische Stimmung um 5,3 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent und verbleibt damit deutlich über ihrem historischen Durchschnitt von 31 Prozent. Der Abstand zwischen bullischer und bärischer Stimmung bleibt unter dem langfristigen Durchschnitt von 6,5 Prozent.

Historischer Hintergrund: Was steckt hinter dem Sprichwort?

Das saisonale Muster hat seinen Ursprung in England, wo Anleger dem Sprichwort „Sell in May and go away until Leger Day" folgten – einem Pferderennen im September, das das Ende des Sommers und die Rückkehr an die Märkte markierte. Die Idee basiert auf einem langfristigen Trend: Historisch gesehen haben Aktien von November bis April eine bessere Performance erzielt, während die Renditen von Mai bis Oktober tendenziell schwächer ausfallen.

Dabei bedeutet „schwächer" jedoch nicht zwingend „negativ". Der Zeitraum von Mai bis Oktober liefert für den S&P 500 immer noch eine durchschnittliche Rendite von etwa 2,1 Prozent. Er gilt lediglich als die sechsmonatige Phase mit der geringsten Wertentwicklung im Vergleich zu anderen Zeiträumen. Bemerkenswert: In neun der letzten zehn Jahre stieg der S&P 500 in diesem Zeitraum trotzdem.

Ein weiterer statistischer Faktor spricht für 2025: Wenn der S&P 500 mit Gewinnen von mehr als 4 Prozent in das Jahr startet, verbessert sich die durchschnittliche Rendite für die folgenden sechs Monate von 2,1 Prozent auf 4,4 Prozent. Genau das ist die Ausgangslage für das laufende Jahr – ein statistisch stützender Faktor für einen positiveren Ausblick.

Franklin Templeton und UBS warnen vor voreiligem Verkauf

Das Franklin Templeton Institute, eines der weltweit größten Vermögensverwaltungsunternehmen, erklärt klar, dass ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt ein Fehler wäre. Das Institut ist der Ansicht, dass die Märkte trotz geopolitischer Spannungen und Verschiebungen in der Weltordnung noch Aufwärtspotenzial haben. Die Geschichte zeigt, dass Märkte nach größeren negativen Ereignissen Verluste meist schnell wieder aufholen und ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Die UBS Group beleuchtet einen anderen Aspekt der aktuellen Lage. Sie erwartet, dass das Ölangebot über das Jahr hinweg knapp bleiben wird, wodurch die Preise in den nächsten sechs Monaten etwa 30 bis 40 Prozent über dem Niveau vor dem Iran-Krieg liegen dürften. Auf dieser Grundlage schlägt die UBS einen sogenannten Relative-Value-Trade vor: Kauf des Nasdaq 100 und gleichzeitiger Verkauf des Euro Stoxx 50.

Seit Kriegsbeginn hat der US-Technologieindex um 8,3 Prozent zugelegt, während der europäische Index um 5 Prozent gefallen ist – ein Spread von mehr als 13 Prozent. Die UBS glaubt, dass sich diese Lücke weiter vergrößern könnte. Im Jahr nach großen Energieschocks hat der Nasdaq im Durchschnitt rund 20 Prozent zugelegt, teilweise sogar deutlich mehr. Basierend darauf erwartet die Bank, dass sich der Spread um weitere 10 bis 15 Prozent ausweiten könnte.

Umsetzung für Privatanleger: ETF als einfache Option

Für Anleger, die die UBS-Einschätzung umsetzen möchten, gibt es verschiedene Wege. Ein Ansatz besteht darin, eine Long-Position im Nasdaq und eine Short-Position im Euro Stoxx 50 einzugehen. Ein einfacherer Weg ist die alleinige Konzentration auf den Nasdaq 100.

Als konkretes Beispiel wird der Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF (LON: EQQQ) genannt. Der Fonds bildet den Nasdaq 100 Index ab und verwaltet ein Vermögen von fast 400 Millionen US-Dollar. Er wurde am 21. Juni 2021 aufgelegt, ist in Irland domiziliert und weist eine Gesamtkostenquote (TER) von lediglich 0,20 Prozent auf. Dividenden werden quartalsweise ausgeschüttet. Die bisherigen Renditen waren stark: plus 96 Prozent über drei Jahre und plus 36 Prozent im vergangenen Jahr.

Für erfahrenere Anleger bietet auch der E-mini Nasdaq 100 Future eine Möglichkeit zur Umsetzung. Die kleinste Kursbewegung beträgt dabei 0,25 Punkte, was einem Wert von 5 US-Dollar entspricht. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei den genannten Informationen um keine Anlageempfehlung handelt, sondern lediglich um Informationen zur eigenen Berücksichtigung.

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