ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

SEC untersucht Private-Equity-Continuation-Vehicles wegen möglicher Verstöße

Die US-Börsenaufsicht SEC prüft beliebte Fondsvehikel auf Interessenkonflikte, Bewertungsprobleme und unzureichende Anlegeroffenlegungen.

SEC untersucht Private-Equity-Continuation-Vehicles wegen möglicher Verstöße

Die Rechtsdurchsetzungsabteilung der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat Ermittlungen gegen sogenannte „Continuation Vehicles" (CVs) eingeleitet. Das berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Diese Fondsvehikel werden typischerweise von Private-Equity-Gesellschaften und anderen Vermögensverwaltern genutzt, um Vermögenswerte zu halten, die sie entweder nicht verkaufen können oder wollen.

Im Fokus der Untersuchung stehen laut den Insidern drei zentrale Problembereiche: potenzielle Interessenkonflikte im Zusammenhang mit den CVs, die Art und Weise, wie Manager die darin enthaltenen Vermögenswerte bewerten, sowie die Frage, ob die Offenlegungen gegenüber den Anlegern ausreichend und konsistent sind. Über welche spezifischen Fonds oder Vermögenswerte ermittelt wird, konnte Reuters nicht feststellen. Die Quellen sprachen unter der Bedingung der Anonymität.

Was sind Continuation Vehicles?

Traditionelle Private-Equity-Fonds haben einen begrenzten Lebenszyklus von in der Regel etwa einem Jahrzehnt. Continuation Vehicles bieten Managern die Möglichkeit, neue Investoren zu gewinnen und Vermögenswerte aus älteren Fonds in ein neues Vehikel zu übertragen. Bestehende Investoren erhalten dabei die Option, sich auszahlen zu lassen, während die Haltedauer der Vermögenswerte verlängert wird.

Für Fondsmanager sind CVs besonders attraktiv, weil sie Kapital an Anleger zurückgeben können, ohne Vermögenswerte in schwachen Märkten mit hohen Abschlägen oder an Konkurrenten verkaufen zu müssen. Potenzielle Verluste lassen sich so vermeiden. CVs handeln überwiegend mit Eigenkapitalwerten, wobei der Anteil an Kreditwerten wächst.

Boomende Branche gerät ins Visier der Behörden

Die Popularität dieser Vehikel hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Von Fondsmanagern geführte Sekundärtransaktionen erreichten im vergangenen Jahr laut dem Investmentbank Evercore einen Wert von 106 Milliarden US-Dollar. Dieser Boom ist nicht zuletzt auf das schwierige Marktumfeld zurückzuführen.

Steigende Zinssätze haben es für Private-Equity-Firmen erheblich erschwert, Käufer zu finden, die bereit sind, die hohen Bewertungsmultiplikatoren zu zahlen, die insbesondere während der Pandemie aufgerufen wurden – einer Zeit, in der Zinsen niedrig und Kapital günstig war. Geopolitische Turbulenzen, politische Unsicherheit und durch künstliche Intelligenz getriebene Disruptionen belasten die Verkäufe aus Private-Equity-Portfolios zusätzlich.

Die SEC-Untersuchung reiht sich in eine verschärfte Kontrolle der privaten Märkte durch die Behörde ein. Für deutsche und europäische Investoren, die zunehmend in Private-Equity-Strukturen investieren, ist die Entwicklung von Bedeutung: Sie verdeutlicht, dass auch in weniger regulierten Marktsegmenten behördliche Aufsicht zunimmt und Transparenzanforderungen steigen könnten.

SECPrivate EquityContinuation VehiclesRechtsdurchsetzungInteressenkonflikteFondsbewertungSekundärtransaktionen

Disclaimer