SEC plant Abschaffung der Quartalsberichtspflicht für US-Unternehmen
Die US-Börsenaufsicht bereitet einen Vorschlag vor, der börsennotierte Unternehmen von der vierteljährlichen Berichtspflicht befreien soll.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC arbeitet an einem Vorschlag, die seit über 50 Jahren geltende Pflicht zur Quartalsberichterstattung abzuschaffen. Stattdessen sollen Unternehmen künftig die Wahl haben, ihre Finanzergebnisse nur noch halbjährlich zu veröffentlichen. Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber dem Wall Street Journal.
Der Vorschlag könnte bereits im kommenden Monat offiziell veröffentlicht werden. Im Vorfeld haben die Regulierungsbehörden bereits Gespräche mit Vertretern der großen US-Börsen geführt, um zu klären, welche Anpassungen in deren Regelwerken erforderlich wären. Entscheidend ist dabei: Die Regelung soll Quartalsberichte optional machen – nicht vollständig abschaffen.
Politische Rückendeckung für das Vorhaben
Nach der Veröffentlichung des Vorschlags folgt eine öffentliche Kommentierungsfrist von mindestens 30 Tagen, bevor die SEC über die Änderung abstimmt. Eine Umsetzung ist damit nicht garantiert. Dennoch genießt das Vorhaben prominente Unterstützung: Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch SEC-Chef Paul Atkins haben sich bereits für eine Umstellung auf halbjährliche Berichte ausgesprochen.
Den Anstoß für die aktuelle Debatte gab die Long-Term Stock Exchange, die im September bei der SEC einen entsprechenden Antrag stellte. Trump hatte das Thema bereits während seiner ersten Amtszeit aufgegriffen, die Bemühungen verliefen damals jedoch im Sande. Nun gewinnt die Idee erneut an Fahrt.
Was die Änderung für Anleger bedeuten würde
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger, die in US-Aktien investieren, hätte eine solche Regelung spürbare Konsequenzen. Quartalszahlen sind ein wichtiges Instrument zur Bewertung von Unternehmen und liefern regelmäßige Einblicke in Geschäftsentwicklung, Umsatz und Gewinn. Bei einem Wechsel auf Halbjahresberichte würde die Informationsdichte für Investoren deutlich abnehmen.
Befürworter argumentieren hingegen, dass der Quartalsrhythmus Unternehmen zu kurzfristigem Denken verleite und Management-Entscheidungen auf das nächste Quartalsergebnis ausrichte statt auf langfristigen Wert. Kritiker hingegen warnen vor sinkender Markttransparenz und einem Informationsnachteil für Kleinanleger gegenüber institutionellen Investoren.


