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Schwimmende Gasfabriken: Enis Nguya beliefert Europa mit LNG

Italienischer Energiekonzern revolutioniert Gasförderung vor Afrikas Küste mit innovativer Offshore-Technologie.

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Schwimmende Gasfabriken: Enis Nguya beliefert Europa mit LNG

Der italienische Energiekonzern Eni hat vergangene Woche einen Meilenstein in der Gasförderung erreicht. Die schwimmende LNG-Anlage Nguya vor der Küste der Republik Kongo begann mit der Belieferung europäischer Märkte. Das kolossale Schiff, das länger als der größte US-Flugzeugträger ist, verarbeitet Offshore-Gas direkt auf See und kühlt es auf -162 Grad Celsius herunter.

Die Nguya markiert einen Wendepunkt für eine Technologie, die lange als zu teuer galt. Jahrzehntelang fand die Verflüssigung von Erdgas hauptsächlich an Land statt – in gigantischen Terminals in den USA, Katar und Australien. Doch die Vision, diese Kapazitäten aufs Meer zu verlagern, könnte nun Realität werden. Die schwimmende Anlage kann Gasfelder erschließen, die mitten im Ozean liegen und für Pipelines unerreichbar sind.

Aus dem leuchtend orangen Rumpf der Nguya ragt ein dichter Wald aus Rohren, Türmen, Turbinen und Kühleinheiten empor. Die Anlage kann jährlich Millionen Tonnen Gas verarbeiten. Der 300 Meter lange Tanker, der die erste Ladung aufnahm, wirkte daneben wie ein Zwerg. Das verflüssigte Erdgas wird nach Spanien und Italien transportiert, wo es zur Energieversorgung beiträgt.

Shells Prelude dämpfte die Euphorie

Der Weg zu dieser Technologie war steinig. Shells 12 Milliarden Dollar teures Schiff Prelude in Australien galt als Warnung für die Branche. Hohe Kosten und betriebliche Schwierigkeiten verstärkten die Skepsis, ob schwimmendes LNG (FLNG) überhaupt kommerziell rentabel sein könne. Viele Experten zweifelten an der Zukunft dieser Technologie.

Befürworter argumentieren nun jedoch, dass sowohl die Technologie als auch die Wirtschaftlichkeit eine Wende erlebt haben. Die Nguya könnte beweisen, dass frühere Probleme überwunden wurden. Für die Republik Kongo eröffnet das Projekt neue Einnahmequellen aus bisher ungenutzten Offshore-Gasfeldern. Für Europa bedeutet es zusätzliche Lieferquellen in Zeiten, in denen die Energiesicherheit oberste Priorität hat.

Die Entwicklung kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Europa sucht seit dem Rückgang russischer Gaslieferungen intensiv nach alternativen Energiequellen. Schwimmende LNG-Anlagen könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen, da sie flexibel einsetzbar sind und Gasfelder erschließen, die für konventionelle Infrastruktur zu abgelegen liegen. Die Industrie beobachtet das Projekt von Eni genau – der Erfolg der Nguya könnte weitere Investitionen in diese Technologie nach sich ziehen.

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