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Schwellenländer verzeichnen im Juli wieder Kapitalzuflüsse von 18,8 Milliarden Dollar

Nach zwei Monaten mit Abflüssen kehren ausländische Investoren in Emerging-Market-Portfolios zurück – Anleihen dominieren die Erholung.

11. August 2026 2 Min
Schwellenländer verzeichnen im Juli wieder Kapitalzuflüsse von 18,8 Milliarden Dollar

Ausländische Investoren haben im Juli netto 18,8 Milliarden US-Dollar in Anleihen und Aktien aus Schwellenländern investiert. Damit endete eine zweimonatige Phase von Abflüssen, wie das Institute of International Finance (IIF) am Dienstag mitteilte. Im Juni hatten gebietsfremde Investoren noch 18 Milliarden Dollar abgezogen, im Mai sogar 25,2 Milliarden Dollar.

Die Erholung wurde maßgeblich von Anleihen getragen: Im Juli flossen 26,7 Milliarden Dollar in festverzinsliche Wertpapiere aus Schwellenländern. Aktien verzeichneten zwar weiterhin Abflüsse in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar – doch das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 46,1 Milliarden Dollar, die im Juni aus Aktien abgezogen wurden.

„Die Belastung durch Aktien ist auf einen Bruchteil ihres Ausmaßes vom Juni geschrumpft", schrieb Jonathan Fortun, Senior-Ökonom beim IIF. Die Daten deuteten darauf hin, „dass der Stress, der sich auf die asiatischen Aktienmärkte konzentriert, an Intensität verliert, anstatt auf festverzinsliche Wertpapiere überzugreifen."

Technologieaktien in Asien belasten Schwellenländer-Aktien

Ein Rückzug aus technologielastigen Aktien – vor allem in Korea und Taiwan – hat in diesem Jahr zu einer ausgeprägten Kluft zwischen Aktien- und Anleiheflüssen geführt. Während EM-Anleihen bis Juli kumuliert 214,4 Milliarden Dollar anzogen, gegenüber 177,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, verloren Aktien insgesamt 86 Milliarden Dollar. Das entspricht fast dem Zehnfachen des Aktienabflusses von 9 Milliarden Dollar zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Bemerkenswert ist zudem, dass aktiv verwaltete EM-Anleihefonds laut IIF zum ersten Mal seit 2021 wieder Nettozuflüsse verzeichnen. Dies unterstreicht das wiedererwachte Interesse institutioneller Anleger an dieser Anlageklasse.

Asien dreht ins Plus – China bleibt Ausnahme

Regional betrachtet war die Entwicklung in Asien besonders auffällig: Die Region drehte von einem Abfluss von 27 Milliarden Dollar im Juni auf einen Nettozufluss von 9,3 Milliarden Dollar im Juli – die größte regionale Veränderung. Die Aktienabflüsse in Asien schrumpften von 40,5 Milliarden auf 4,8 Milliarden Dollar, während Anleihen 14,1 Milliarden Dollar anlockten.

Keine Region verzeichnete insgesamt einen Abfluss – mit einer Ausnahme: China. Ausländische Investoren zogen 3,7 Milliarden Dollar aus chinesischen Aktien und weitere 3,4 Milliarden Dollar aus chinesischen Anleihen ab. Allerdings verlangsamten sich auch die Aktienverkäufe in China gegenüber Juni deutlich.

Rekordniveau bei Anleiheemissionen der Schwellenländer

Die starke Nachfrage nach Anleihen fiel mit einer Rekordemissionstätigkeit der Regierungen zusammen. Schwellenländer-Staaten verkauften im Juli Papiere im Wert von rund 19 Milliarden Dollar – etwa das Doppelte des Monatsdurchschnitts der vergangenen zehn Jahre. Die Gesamtemissionen in diesem Jahr stiegen damit auf rund 187 Milliarden Dollar, den höchsten jemals in diesem Zeitraum verzeichneten Wert, so das IIF.

Anleiheinvestoren profitierten dabei von relativ hohen Renditen und einer gedämpften Währungsvolatilität. Die Spreads von EM-Staatsanleihen verringerten sich im Juli auf den engsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten – ein Zeichen für das gestiegene Vertrauen der Märkte.

Das IIF warnte jedoch vor möglichen Risiken: Eine straffere US-Geldpolitik, weitere Interventionen beim japanischen Yen sowie geopolitische Schocks könnten die Carry Trades gefährden, die zur Nachfrage nach EM-Anleihen beigetragen haben. Gleichzeitig verlor die US-Wirtschaft im Juli unerwartet Arbeitsplätze, was Zweifel aufkommen lässt, ob die Federal Reserve die Zinsen im nächsten Monat anheben wird.

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