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Schweizer Tech-Industrie gerät durch US-Zölle ins Wanken

Auftragseinbrüche, schwacher Asienhandel und starker Franken verschärfen die Krise zusätzlich

Schweizer Tech-Industrie gerät durch US-Zölle ins Wanken

Die Schweizer Tech-Industrie gerät unter Druck, seit die USA hohe Strafzölle auf Importe verhängt haben. Besonders betroffen ist der Industrieverband Swissmem, der bereits vor Inkrafttreten der Maßnahmen deutliche Einbußen bei den Aufträgen verzeichnete. Im zweiten Quartal sanken die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorquartal um 13,4 Prozent. Die Unsicherheit durch die angekündigten Zölle habe maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen, ebenso wie schwache Geschäfte in Asien.

Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher sprach von einem gefährlichen Abwärtsstrudel, der durch die neuen Abgaben der USA zusätzlich beschleunigt werde. Die US-Regierung hatte den Zollsatz für Schweizer Produkte auf 39 Prozent festgesetzt, während Waren aus Deutschland und anderen EU-Ländern mit 15 Prozent belastet werden. Damit trifft die Maßnahmen die Schweizer Industrie im internationalen Wettbewerb besonders hart.

Die Folgen spiegeln sich auch im Verhalten der Unternehmen wider. Einer Umfrage von Swissmem unter 1.400 Mitgliedsfirmen zufolge erwägt fast ein Drittel, ihre Geschäftsaktivitäten stärker in Richtung EU zu verlagern. Die Befragung fand Anfang August statt, kurz nachdem die hohen Zölle offiziell eingeführt wurden. Für die Schweiz, die sich lange in relativer Sicherheit gewähnt hatte, stellt dies eine abrupte Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dar.

Im Exportgeschäft machten sich die Auswirkungen ebenfalls bemerkbar. Während die Lieferungen in die USA im ersten Quartal noch um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnten, kam es im zweiten Quartal zu einem Rückgang um 3,1 Prozent. Insgesamt sanken die Güterexporte im ersten Halbjahr um 0,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Besonders das Asien-Geschäft entwickelte sich schwach: Dort brachen die Exporte um 16,8 Prozent ein. Belastend hinzu kommt der starke Schweizer Franken, der die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland zusätzlich mindert.

Der Verband warnte zudem vor möglichen Schutzmaßnahmen der Europäischen Union gegen Billigimporte aus Drittstaaten, zu denen auch die Schweiz zählen könnte. Deshalb drängt Swissmem die Regierung, engere wirtschaftliche Beziehungen zur EU voranzutreiben. Ziel sei es, die Auswirkungen der US-Zölle abzufedern und neue Absatzmärkte zu sichern.

Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie verwandte Technologiebereiche, die Swissmem vertritt, beschäftigen derzeit rund 325.000 Menschen. Zu den Mitgliedern zählen international bekannte Unternehmen wie Schindler, Stadler und Pilatus, daneben zahlreiche kleine und mittelständische Firmen. Angesichts der aktuellen Lage fordert der Verband Maßnahmen von der Politik, um Arbeitsplätze in der Branche zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

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