Schweizer Firmen investieren 27 Milliarden Dollar in den USA
Nach dem Zollabkommen mit Washington zeigen Schweizer Unternehmen Tempo: 27 Milliarden Dollar flossen bereits in den ersten vier Monaten.

Schweizer Unternehmen haben zwischen Januar und April dieses Jahres insgesamt 27 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten investiert. Das berichtet die „NZZ am Sonntag" unter Berufung auf eine interne E-Mail der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer (Swiss Amcham) an ihre Mitglieder. Die Zahlen zeigen, dass die Schweiz ihre im Rahmen eines Zollabkommens mit Washington gemachten Versprechen zügig umsetzt.
Die Grundlage für diese Investitionswelle legte ein vorläufiges Abkommen vom 14. November. Darin sagten Schweizer Unternehmen zu, in den nächsten fünf Jahren insgesamt 200 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren. Im Gegenzug senkte US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf Schweizer Waren von 39 Prozent auf 15 Prozent – nachdem er den höheren Satz Anfang August eingeführt hatte. Die 27 Milliarden Dollar in nur vier Monaten entsprechen damit bereits einem erheblichen Anteil der Gesamtzusage.
„Wir sind Musterschüler und halten unsere Versprechen ein", wird Rahul Sahgal, CEO der Swiss Amcham, in dem Bericht zitiert. Die Aussage unterstreicht den politischen Druck, unter dem Schweizer Unternehmen stehen, ihre Investitionszusagen gegenüber Washington sichtbar einzuhalten.
Pharma und Medizintechnik als Zugpferde
Zu den prominentesten Investoren zählen die Schweizer Pharmariesen Novartis und Roche. Novartis hat zwei US-Projekte angekündigt: ein biomedizinisches Forschungszentrum in San Diego sowie eine Produktionsstätte für Krebsmedikamente in Texas. Roche wiederum baut seine Produktion in North Carolina aus. Auch das Medizintechnikunternehmen Ypsomed errichtet in North Carolina eine neue Fabrik.
Neben der Pharmaindustrie engagieren sich weitere Branchen. Die Reederei MSC eröffnet einen neuen nordamerikanischen Hauptsitz in Miami – inklusive Ausgaben für das Kreuzfahrt- und Logistikgeschäft. Industrieunternehmen wie der Werkzeugmaschinenhersteller Pfiffner Group und das Elektronikunternehmen Elma bauen ebenfalls ihre US-Produktionskapazitäten aus. Die Investitionen verteilen sich damit über verschiedene Sektoren der Schweizer Wirtschaft.
Neue Zölle trüben das Bild leicht ein
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Zur AktienanalyseTrotz der positiven Investitionsdynamik gibt es neue Belastungen am Horizont. Washington kündigte diese Woche zusätzliche Zölle gegen Länder an, die nach US-Ansicht nicht ausreichend gegen Zwangsarbeit vorgehen. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen Schweizer Waren mit einem Zoll von 12,5 Prozent belegt werden – verglichen mit 10 Prozent für EU-Waren. Für Schweizer Exporteure bedeutet das eine erneute Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen gegenüber europäischen Konkurrenten.
Die Entwicklung zeigt, wie eng Handels- und Investitionspolitik unter der Trump-Administration miteinander verknüpft sind. Für Schweizer Unternehmen bleibt der US-Markt trotz der Zollrisiken ein zentrales Investitionsziel – nicht zuletzt, weil die Zusagen gegenüber Washington politisch bindend wirken und die Handelsbedingungen direkt beeinflussen.

