Schweden will 60% an Kernkraftentwickler Videberg Kraft erwerben
Die schwedische Regierung plant eine Mehrheitsbeteiligung und will bis zu 1,8 Milliarden Kronen investieren.

Die schwedische Regierung hat angekündigt, eine Beteiligung von 60 Prozent am Kernkraftentwickler Videberg Kraft anstreben zu wollen. Dafür soll das Parlament in diesem Jahr sowie im Jahr 2027 seine Zustimmung erteilen, um bis zu 1,8 Milliarden schwedische Kronen – umgerechnet rund 195 Millionen US-Dollar – in das Unternehmen einzubringen. Das Vorhaben unterstreicht die klare Ausrichtung Schwedens auf die Kernkraft als zentralen Bestandteil seiner Energiepolitik.
Vize-Premierministerin Ebba Busch machte die strategische Bedeutung des Schritts deutlich: „Schweden ist eine Kernkraftnation. Wir unternehmen nun den nächsten Schritt, um die Rolle und Verantwortung des Staates bei der Weiterentwicklung der Kernkraft zu klären." Die Aussage signalisiert, dass Stockholm die staatliche Steuerung im Nuklearsektor gezielt ausbauen will.
Videberg Kraft: Aktuell mehrheitlich in Vattenfall-Hand
Videberg Kraft befindet sich derzeit zu 80 Prozent im Besitz des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. Die verbleibenden 20 Prozent werden von einer Gruppe der größten schwedischen Unternehmen gehalten. Mit dem geplanten Einstieg der Regierung würde sich die Eigentümerstruktur des Unternehmens grundlegend verändern.
Der Schritt fügt sich in einen breiteren europäischen Trend ein: Mehrere Länder setzen angesichts der Energiewende und der Debatte um Versorgungssicherheit wieder verstärkt auf Kernkraft. Schweden verfügt traditionell über eine starke Nuklearinfrastruktur und deckt einen erheblichen Teil seines Strombedarfs durch Atomkraftwerke.
Parlamentarische Zustimmung als nächster Schritt
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Zur AktienanalyseDie Regierung muss für den Erwerb der Beteiligung zunächst die Zustimmung des schwedischen Parlaments einholen. Die Investition ist auf zwei Tranchen aufgeteilt – eine in diesem Jahr und eine weitere im Jahr 2027. Damit verteilt Stockholm die finanzielle Belastung und schafft gleichzeitig politischen Spielraum für den Prozess.
Für deutsche Beobachter ist das schwedische Vorgehen besonders interessant: Während Deutschland seinen Atomausstieg vollzogen hat, setzt der nördliche Nachbar auf einen entgegengesetzten Kurs und stärkt die staatliche Rolle bei der Kernkraftentwicklung aktiv. Die Entscheidung Stockholms dürfte die europäische Debatte über die Zukunft der Kernenergie weiter befeuern.


