Schwarzmarkt für Abnehmspritzen wächst rasant
Experten warnen vor gefährlichen Fälschungen und ungeregelter Nutzung ohne medizinische Notwendigkeit

Die Nachfrage nach den Medikamenten Ozempic und Wegovy, die den Wirkstoff Semaglutid enthalten, bleibt weiterhin hoch. Diese Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt wurden, werden inzwischen vermehrt auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Timo Müller, ein führender Forscher auf dem Gebiet der Adipositas und Diabetes am Helmholtz-Zentrum in München, äußert Bedenken hinsichtlich des zunehmenden Missbrauchs dieser Medikamente durch Menschen, die sie zur Gewichtsreduktion ohne medizinische Notwendigkeit verwenden.
Müller betont, dass die Entwicklung wirksamer Medikamente zur Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes ein Jahrhundert gedauert hat. Diese Medikamente sind nicht für kurzfristige kosmetische Zwecke wie die Vorbereitung auf die Badesaison gedacht, sondern sollten nur unter ärztlicher Aufsicht und bei klarer medizinischer Indikation eingesetzt werden. Die steigende Nachfrage nach diesen Medikamenten hat jedoch dazu geführt, dass sie in vielen Apotheken nicht mehr vorrätig sind. Dies hat den Schwarzmarkt für diese Medikamente angekurbelt, was Müller als besorgniserregend einstuft.
Die Herstellung von Semaglutid, dem Wirkstoff in Ozempic und Wegovy, ist relativ einfach und kostengünstig, was dazu führt, dass gefälschte Versionen der Medikamente auf dem Schwarzmarkt kursieren. Das Hauptproblem bei diesen gefälschten Präparaten liegt in der mangelnden Reinheit des Wirkstoffs, was schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Müller warnt davor, solche unkontrollierten Produkte zu verwenden, da sie Entzündungen an der Injektionsstelle verursachen oder ihre Wirksamkeit verlieren können.
Der Preis für die legal erhältlichen Medikamente variiert stark zwischen den Regionen, was teilweise auf marktwirtschaftliche Faktoren zurückzuführen ist. In Deutschland kostet die Maximaldosis von Wegovy etwa 300 Euro, während in den USA der Preis bis zu 1000 Euro betragen kann. Die Preisdifferenzen zwischen Ozempic und Wegovy erscheinen ebenfalls rätselhaft, da beide auf demselben Wirkstoff basieren, Wegovy jedoch in einer höheren Dosierung angeboten wird. Müller vermutet, dass dies unter anderem auf frühere Misserfolge in der Medikamentenentwicklung zurückzuführen ist, die nun durch höhere Preise kompensiert werden müssen.
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Zur AktienanalyseMüller sieht langfristig die Möglichkeit, dass die Preise für diese Medikamente sinken könnten, insbesondere wenn die Patente auslaufen und generische Versionen auf den Markt kommen. Er weist jedoch darauf hin, dass es eine große finanzielle Herausforderung für die Krankenkassen darstellt, diese Medikamente zu finanzieren, insbesondere wenn sie in großem Umfang zur Behandlung von Adipositas eingesetzt würden. Ob die Krankenkassen in Zukunft die Kosten für Wegovy übernehmen werden, bleibt unklar.


