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Schwächezeichen am US-Arbeitsmarkt vor der Wahl

Hurrikan und Streiks drücken das Jobwachstum auf ein Minimum

Schwächezeichen am US-Arbeitsmarkt vor der Wahl

Der Arbeitsmarkt in den USA zeigt unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl Anzeichen einer Schwäche. Im Oktober wurden lediglich 12.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, was deutlich unter den Erwartungen liegt. Ein Grund für den schwachen Stellenzuwachs ist der Hurrikan „Milton“, der erhebliche Schäden verursachte und viele Menschen im Bundesstaat Florida zur Evakuierung zwang. Die Auswirkungen des Hurrikans, der mit dem verheerenden Hurrikan „Irma“ von 2017 verglichen wird, sorgten dafür, dass der Stellenaufbau im Oktober drastisch reduziert wurde. Zudem wurde die Zahl der im September neu geschaffenen Arbeitsplätze nachträglich um 112.000 Stellen nach unten korrigiert. Auch ein Streik beim Flugzeughersteller Boeing, bei dem rund 33.000 Beschäftigte seit Mitte September im Ausstand sind, trug zur verhaltenen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei.

Neben diesen Sondereffekten bleibt die Arbeitslosenquote im Oktober bei stabilen 4,1 Prozent. Trotz der äußeren Einflüsse und der verhaltenen Schaffung neuer Stellen zeigt sich die Lohnentwicklung weiterhin positiv: Die Löhne stiegen im Monatsvergleich um 0,4 Prozent. Die Verzerrungen durch den Hurrikan und den Streik verringern laut DekaBank die Aussagekraft des Arbeitsmarktberichts, was auch von Ökonomen wie Thomas Gitzel und Christoph Balz unterstrichen wird. Gitzel betont, dass ohne diese Störungen der Arbeitsplatzaufbau robust ausfalle und dass die eigentliche Lage des Arbeitsmarktes erst in den kommenden Berichten für November und Dezember klarer erkennbar werde.

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten haben auch Auswirkungen auf die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve, die kurz nach der Wahl über den Leitzins entscheidet. Aufgrund der schwachen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und einer Inflation, die sich mit einer Jahresrate von 2,1 Prozent nahe dem Zielwert der Fed von zwei Prozent bewegt, erwarten Experten eine leichte Zinssenkung von 25 Basispunkten. Das derzeitige Leitzins-Band von 4,75 bis 5,0 Prozent lässt Spielraum für eine Lockerung, um die Konjunktur zu stützen. Die rückläufige Inflation wirkt sich zudem positiv auf den Konsum aus: Im September stieg der private Konsum um 0,5 Prozent, was über den Erwartungen liegt und die Konsumfreudigkeit der Amerikaner signalisiert. Die hohe Konsumbereitschaft treibt die US-Wirtschaft weiter an, die im dritten Quartal ein Wachstum von 2,8 Prozent verzeichnete. Ökonomen gehen davon aus, dass die Konsumlaune und damit die Wirtschaft durch die erwarteten Zinssenkungen weiter gestärkt werden könnten.

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