Schwache Alumina-Preise belasten Norsk Hydro
Starke Krone und weiche Nachfrage drücken Quartalsgewinn trotz höherer Produktion

Der norwegische Aluminiumproduzent Norsk Hydro hat im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang des bereinigten Betriebsergebnisses verzeichnet. Wie das Unternehmen mitteilte, sank der Kerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 18,6 Prozent auf 6,0 Milliarden norwegische Kronen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 7,4 Milliarden Kronen erzielt worden waren. Hauptursachen für den Rückgang waren niedrigere Alumina-Preise und die Aufwertung der norwegischen Krone, die nur teilweise durch höhere Produktionsmengen ausgeglichen wurden.
Analysten hatten laut einem von Norsk Hydro zusammengestellten Konsens im Durchschnitt mit 6,36 Milliarden Kronen gerechnet. Die Prognoseverfehlung wird von Marktbeobachtern vor allem auf die schwächere Entwicklung im Aluminiumsegment zurückgeführt. Trotz höherer Produktionsraten bleibt der kurzfristige Ausblick nach Einschätzung von Banken wie UBS und J.P. Morgan verhalten.
Das internationale Marktumfeld hat sich im laufenden Jahr deutlich verändert. Nach der Wiedereinführung von US-Zöllen auf Aluminium um 50 Prozent hat sich der globale Handel spürbar verschoben. Kanada, der wichtigste Lieferant für die Vereinigten Staaten, hat einen Teil seiner Produktion nach Europa umgeleitet. Während die höheren US-Preise die Kosten für amerikanische Abnehmer erhöhen, stützen sie gleichzeitig die Preise auf anderen Märkten.
In China produzieren Hütten derzeit nahezu Rekordmengen an Aluminium. Überschüssige Bestände werden zunehmend auf den Weltmarkt gebracht, doch die Handelsbarrieren im Westen verschaffen europäischen Produzenten wie Norsk Hydro kurzfristige Entlastung. Zugleich bleiben hohe Energiekosten und die Unsicherheit über künftige Handelsbedingungen eine Belastung für die Branche.
Laut Citi müssten Aluminiumpreise langfristig über 3.000 US-Dollar pro Tonne liegen, um eine Verknappung zu vermeiden. Finanzchef Trond Olaf Christophersen erklärte, die gegenwärtigen Preise könnten dazu führen, dass kostenintensive chinesische Raffinerien ihre Produktion drosseln, was den Alumina-Markt weiter verknappen dürfte.
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Zur AktienanalyseDie Aktie von Norsk Hydro lag am Freitagmorgen rund ein Prozent im Minus, nachdem sie im frühen Handel um bis zu 3,7 Prozent gefallen war und damit den Referenzindex in Oslo unterbot.

