Schiffsverkehr an Nahost-Meerengen trotz Kriegs stabil
An Straße von Hormus und Bab el-Mandeb bleibt der Schiffsverkehr trotz laufender Friedensgespräche nahezu unverändert.

Der Schiffsverkehr an zwei der wichtigsten maritimen Nadelöhre der Welt zeigt sich trotz anhaltender geopolitischer Spannungen stabil. An der Straße von Hormus und dem Bab el-Mandeb blieb die Zahl der passierenden Schiffe am Dienstag im Vergleich zum Vortag nahezu unverändert – das geht aus Schiffsverfolgungsdaten des Analysedienstes Kpler hervor.
An der Straße von Hormus passierten insgesamt acht Schiffe die Meerenge, darunter fünf Tanker und drei Massengutfrachter. Sechs Schiffe fuhren in die Meerenge ein – drei Tanker und drei Massengutfrachter – während ein Gastanker und ein Öltanker sie verließen. Die Zahlen entsprechen exakt dem Niveau des Vortages.
Zum Vergleich: Vor Ausbruch des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar passierten üblicherweise etwa 130 bis 140 Schiffe täglich die Wasserstraße. Der Iran hatte daraufhin mit der Schließung der Meerenge reagiert – ein drastischer Einschnitt für den globalen Schiffsverkehr, der die Straße von Hormus als eine der bedeutendsten Energietransitrouten der Welt betrifft.
LNG-Tanker Mubaraz wieder aufgetaucht
Bemerkenswert ist das Wiederauftauchen des LNG-Tankers Mubaraz, der von der Abu Dhabi National Oil Co (ADNOC) kontrolliert wird. Das Schiff hatte Das Island in den Vereinigten Arabischen Emiraten am 14. Juli verlassen, nachdem es dort eine Ladung aufgenommen hatte. Zuletzt war es am 16. Juli innerhalb der Meerenge gesichtet worden – danach verlor sich seine Spur in den Verfolgungsdaten.
Nun tauchte der Tanker außerhalb der Straße von Hormus wieder auf und befindet sich derzeit vor der Westküste Indiens. LSEG-Daten weisen das indische Dahej-Terminal im Bundesstaat Gujarat als Entladungsort aus, mit einem Ankunftsdatum am 5. August. Es ist bereits das dritte Mal seit Kriegsbeginn, dass der Mubaraz die Meerenge mit Fracht von Das Island verlassen hat. Die beiden vorangegangenen Ladungen wurden nach China und Indien geliefert.
ADNOC selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Details: Das Unternehmen erklärte, grundsätzlich keine Kommentare zu Positionen, Bewegungen oder Routen seiner Schiffe abzugeben.
Bab el-Mandeb: Ebenfalls stabile Lage
Auch am Bab el-Mandeb, der Meerenge zwischen dem Jemen und Dschibuti am Eingang zum Roten Meer, blieb die Lage stabil. Am Dienstag durchquerten insgesamt 20 Schiffe die Wasserstraße – zehn fuhren ein, zehn fuhren aus. Darunter befanden sich sechs Tanker, drei Trockengutfrachter und ein Gastanker auf dem einfahrenden Kurs sowie sieben Tanker und drei Massengutfrachter auf dem ausfahrenden Kurs.
Kpler weist jedoch darauf hin, dass einige Schiffe möglicherweise weiterhin mit ausgeschalteten Transpondern fahren. Diese Schiffe werden in den offiziellen Zählungen nicht erfasst, was die tatsächliche Verkehrsdichte höher ausfallen lassen könnte als die gemeldeten Zahlen.
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Zur AktienanalyseFriedensgespräche drücken Ölpreise
Politisch sorgte Katar am Dienstag für Bewegung: Das Emirat erklärte, dass Vermittler Fortschritte bei den Bemühungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran erzielen würden. Diese Meldung drückte die Ölpreise spürbar. Allerdings wies der Iran die Behauptung von US-Präsident Donald Trump zurück, wonach bereits Gespräche im Gange seien – ein Widerspruch, der die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts unterstreicht.
Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels und ein erheblicher Teil des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) werden durch diese enge Passage transportiert. Jede Störung des Schiffsverkehrs dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte – und damit auch auf die Energiepreise in Deutschland und Europa.


