Schaeffler setzt humanoiden Roboter in US-Fabrik ein
Im südkarolinischen Cheraw arbeitet ein humanoider Roboter Seite an Seite mit menschlichen Kollegen in der Automobilzulieferer-Produktion.

Im Werk des deutschen Automobilzulieferers Schaeffler im amerikanischen Cheraw, South Carolina, hat ein ungewöhnlicher Mitarbeiter seinen Dienst aufgenommen. Es handelt sich um einen humanoiden Roboter, der mit langsamen, kontrollierten Bewegungen schwere Lagerkörbe durch die Produktionshalle transportiert. Der Roboter bewegt sich auf zwei Beinen über den Metallboden und hält seine vierfingrigen Hände charakteristisch auf Brusthöhe.
Die Aufgabe des Roboters ist klar definiert und repetitiv: Er greift 25 Pfund schwere Körbe mit Lagerkomponenten, die frisch aus einer Stanzpresse kommen, und trägt sie zu einem Förderband. Dieses Band transportiert die Teile anschließend durch eine industrielle Waschanlage. Für jeden einzelnen Korb benötigt der Roboter etwa eine Minute – dann kehrt er zur Palette zurück und beginnt von vorn.
Acht Stunden täglich, Korb für Korb, Palette für Palette: Was nach monotoner Arbeit klingt, ist genau der Einsatzbereich, für den humanoide Roboter aktuell entwickelt werden. Körperlich belastende, gleichförmige Tätigkeiten sollen künftig zunehmend von Maschinen übernommen werden.
Humanoide Roboter auf dem Vormarsch in der Industrie
Schaeffler gehört damit zu den ersten Industrieunternehmen weltweit, die humanoide Roboter aktiv in der Serienproduktion einsetzen. Der Schritt ist für den deutschen Konzern auch strategisch bedeutsam: Schaeffler steht wie viele Automobilzulieferer unter enormem Druck, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Humanoide Roboter könnten dabei helfen, Arbeitskräftemangel in ländlichen Produktionsstandorten zu kompensieren.
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Zur AktienanalyseDas Werk in Cheraw ist ein typisches Beispiel für einen Kleinstadt-Industriestandort, wie er in den USA und auch in Deutschland häufig vorkommt. Solche Standorte kämpfen oft mit Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung für körperlich anspruchsvolle Schichtarbeit. Der Einsatz von Robotern, die menschliche Bewegungsabläufe imitieren, eröffnet hier neue Möglichkeiten.
Die Entwicklung humanoider Roboter für industrielle Zwecke gilt als eines der heißesten Themen in der Technologiebranche. Unternehmen wie Figure AI, Agility Robotics oder Boston Dynamics arbeiten intensiv an marktfähigen Lösungen. Dass ein etablierter deutscher Industriekonzern wie Schaeffler nun konkret auf diese Technologie setzt, unterstreicht deren wachsende Praxisrelevanz für Privatanleger und Industriebeobachter gleichermaßen.


