Saudi Aramco senkt Ölpreis für Asien auf Mehrjahrestief
Der staatliche saudische Ölkonzern setzt Arab Light für September auf den niedrigsten Stand seit Juni 2020.

Saudi-Arabien hat den offiziellen Verkaufspreis (OSP) für seine wichtigste Rohölsorte Arab Light für asiatische Abnehmer im September erneut gesenkt. Wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Preisdokument hervorgeht, legt Saudi Aramco den Preis auf 2 US-Dollar unter dem Referenzwert des Oman/Dubai-Durchschnitts fest. Dies markiert den niedrigsten Stand seit Juni 2020.
Der Schritt folgt auf eine bereits aggressive Preissenkung im August. Damals hatte das Königreich den offiziellen Verkaufspreis auf minus 1,50 US-Dollar pro Barrel festgesetzt – die stärkste Senkung seit mehr als zwei Jahrzehnten. Mit der neuerlichen Anpassung für September verschärft Saudi Aramco seinen Preiswettbewerb um Marktanteile im asiatischen Raum weiter.
Hintergrund: Wie funktionieren offizielle Verkaufspreise?
Offizielle Verkaufspreise (OSP) sind keine absoluten Preise, sondern Auf- oder Abschläge auf einen Referenzwert – in diesem Fall den Durchschnitt der Rohölsorten Oman und Dubai. Ein OSP von minus 2 US-Dollar bedeutet, dass asiatische Käufer Arab Light mit einem Abschlag von 2 Dollar gegenüber diesem Benchmark erwerben. Je niedriger der OSP, desto günstiger ist das saudische Öl für die Abnehmer.
Asien ist der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für Saudi Aramco. Länder wie China, Indien, Japan und Südkorea gehören zu den größten Importeuren saudischen Rohöls weltweit. Die Preisgestaltung gegenüber asiatischen Kunden gilt daher als wichtiger Indikator für die strategische Ausrichtung des Konzerns und des gesamten OPEC+-Verbunds.
Niedrigster Stand seit über vier Jahren
Der aktuelle OSP von minus 2 US-Dollar pro Barrel ist der tiefste Wert seit Juni 2020 – einem Zeitraum, der von einem historischen Nachfrageeinbruch infolge der Corona-Pandemie geprägt war. Damals brach die globale Ölnachfrage massiv ein, was die Produzenten zu drastischen Preiszugeständnissen zwang. Dass Saudi Aramco nun wieder ähnliche Niveaus ansteuert, unterstreicht den aktuellen Druck auf dem Ölmarkt.
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Zur AktienanalyseDie Preissenkungen spiegeln die anhaltenden Sorgen über eine schwächelnde Nachfrage wider, insbesondere aus China, der weltgrößten Rohölimportnation. Gleichzeitig steht Saudi Aramco im Wettbewerb mit anderen Anbietern wie Russland und dem Irak, die ebenfalls um asiatische Käufer buhlen.
Für deutsche Anleger, die in Energieaktien oder Rohstoff-ETFs investiert sind, sind solche Preissignale aus Saudi-Arabien von Bedeutung. Sinkende offizielle Verkaufspreise können auf eine schwächere globale Nachfrage hindeuten und damit Druck auf die Ölpreise insgesamt ausüben – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Bewertungen von Energieunternehmen weltweit.


