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Saudi-Arabien setzt auf höhere OPEC+-Förderung

Riad nutzt Reserven, um Marktanteile zurückzugewinnen und Rivalen unter Druck zu setzen

Saudi-Arabien setzt auf höhere OPEC+-Förderung

Saudi-Arabien verfolgt mit der aktuellen Förderstrategie innerhalb der OPEC+ sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele. Das Königreich treibt eine Erhöhung der Ölproduktion in der Allianz führender Förderstaaten voran und setzt damit ein deutliches Zeichen in Richtung Marktbeherrschung. Insgesamt soll die gemeinsame Fördermenge der OPEC+ zwischen April und September um 2,5 Millionen Barrel pro Tag steigen.

Acht führende Mitgliedsländer – darunter Saudi-Arabien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Irak – hatten sich am Samstag darauf verständigt, ihre Produktion im August um 548.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Dies ist Teil eines beschleunigten Plans zur Rücknahme von Förderkürzungen in Höhe von insgesamt 2,17 Millionen Barrel pro Tag, die seit April gelten. Hinzu kommt eine Erhöhung der Förderbasis der Vereinigten Arabischen Emirate um 300.000 Barrel pro Tag.

Tatsächlich wird sich die reale Fördermenge dadurch allerdings nur geringfügig verändern. Viele OPEC+-Länder liegen bereits jetzt über den vereinbarten Quoten. Kasachstan etwa produzierte im Juni 1,88 Millionen Barrel täglich – deutlich über dem Soll von 1,53 Millionen Barrel für August. Insgesamt lag die gemeinsame Produktion der acht Staaten im Juni bei 32 Millionen Barrel pro Tag und damit über der offiziellen Quote von 31,38 Millionen.

Saudi-Arabien, das als inoffizieller Anführer der OPEC+ gilt, nutzt die Entwicklung, um sowohl Ordnung in der Gruppe wiederherzustellen als auch die eigene Marktposition zu stärken. Der Anteil des Landes an der weltweiten Ölproduktion ist in den vergangenen Jahrzehnten von durchschnittlich 13 auf aktuell 11 Prozent gesunken. Auch der Anteil an den globalen Seerohölexporten ging laut aktuellen Analysen von 18 auf 15 Prozent zurück.

Riyadh verfügt jedoch über große ungenutzte Produktionsreserven. Im Juni förderte das Land rund 9,55 Millionen Barrel täglich und hätte nach aktuellen Vereinbarungen noch Spielraum für zusätzliche 200.000 Barrel bis August. Laut Internationaler Energieagentur könnte Saudi-Arabien innerhalb von 90 Tagen sogar fast drei Millionen Barrel zusätzlich bereitstellen.

Diese Kapazitäten verschaffen dem Land einen strategischen Vorteil – insbesondere in einer Phase, in der der Ölpreis unter Druck steht. Seit Jahresbeginn ist der Preis um rund 15 Prozent gefallen. Während andere Produzenten aufgrund der Preisentwicklung gezwungen sein könnten, ihre Investitionen zu drosseln, kann Saudi-Arabien mit niedrigen Produktionskosten und Reserven auf neue Nachfrage schnell reagieren.

Auch US-Schieferölproduzenten spüren bereits den Rückgang. Die US-Energiebehörde rechnet mit einem Rückgang der US-Förderung von 13,5 Millionen Barrel täglich im zweiten Quartal auf 13,3 Millionen im vierten Quartal 2026. Vor diesem Hintergrund könnte Saudi-Arabien seine Strategie zur Marktverdrängung noch weiter forcieren.

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