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Sartorius senkt Jahresziele nach Umsatzrückgang

Volatilität und Investitionszurückhaltung belasten Pharma- und Laborzulieferer

Sartorius senkt Jahresziele nach Umsatzrückgang

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius hat seine Jahresziele nach Umsatz- und Ergebniseinbußen im ersten Halbjahr 2024 angepasst. Trotz einer leichten Verbesserung im zweiten Quartal wird das Unternehmen vorsichtiger in Bezug auf die Prognosen für die zweite Jahreshälfte. Dies teilte der Göttinger DAX-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss mit.

In den ersten sechs Monaten des Jahres sank der Umsatz wechselkursbereinigt um 2,2 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Obwohl der Umsatz von April bis Juni um 3,6 Prozent anstieg, reichte dies nicht aus, um den Rückgang vom Jahresanfang auszugleichen. Gleichzeitig ging der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Halbjahr um 8,8 Prozent auf 471 Millionen Euro zurück, wobei sich die Ebitda-Marge auf 28,1 Prozent verringerte. Das Periodenergebnis fiel von 202 Millionen Euro im Vorjahr auf 148 Millionen Euro.

Bereits im ersten Quartal hatte Sartorius enttäuschende Ergebnisse verzeichnet, was vor allem auf eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung, insbesondere in China, zurückzuführen war. Diese Situation hat sich bis jetzt nicht verbessert. Daher senkt das Management den Ausblick für das Gesamtjahr 2024 und erwartet nun einen Umsatz auf Vorjahresniveau, mit einer Bandbreite von einer niedrig einstellig negativen bis niedrig einstellig positiven Entwicklung. Ursprünglich war ein Umsatzanstieg im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich prognostiziert worden.

Die Reaktion der Börse auf diese Nachricht war deutlich: Die Sartorius-Aktie fiel zum Handelsstart am Freitagmorgen in der Spitze um mehr als 15 Prozent auf 209,10 Euro und war damit der schwächste Wert im DAX. Analysten sehen das Geschäft von Sartorius weiterhin als schwer berechenbar an. Matthew Weston von der Schweizer Großbank UBS und James Vane-Tempest vom Analysehaus Jefferies weisen darauf hin, dass einige Investoren nun abwarten könnten, ob nicht weitere Prognoseeinschnitte zum Jahresende notwendig werden.

Sartorius ist ein wichtiger Zulieferer für die Pharmaindustrie und stellt unter anderem Laborinstrumente und Verbrauchsmaterialien für die Forschung her. Während der Coronapandemie profitierte das Unternehmen von der hohen Nachfrage nach seinen Produkten, die bei der Herstellung von Covid-Impfstoffen und -Medikamenten eingesetzt wurden. Diese Sonderkonjunktur mit Wachstumsraten von über 30 Prozent endete jedoch im vergangenen Jahr.

Joachim Kreuzberg, Chef von Sartorius, vergleicht die derzeitige Lage seines Unternehmens mit der Halbleiterbranche, die ebenfalls von Zyklen geprägt ist. Kreuzberg betont, dass Gesundheit ein langfristiger Megatrend bleibt und er mittelfristig eine positive Entwicklung des Aktienkurses erwartet. Maßnahmen aus einem Sparprogramm in Höhe von über 100 Millionen Euro sollen die Profitabilität im weiteren Jahresverlauf verbessern, können aber die geringeren Volumenerwartungen nicht vollständig ausgleichen.

Auch die Maßnahmen zum Abbau der Lagerbestände durch die geringere Auslastung der Produktion dürften sich auf die Ertragsentwicklung auswirken. Daher rechnet Sartorius für das Gesamtjahr nun mit einer Ebitda-Marge von 27 bis 29 Prozent, während zuvor etwas über 30 Prozent angepeilt wurden.

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