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Sara Duterte auf den Philippinen des Amtes enthoben – Senat entscheidet

Das philippinische Repräsentantenhaus stimmte mit überwältigender Mehrheit für die Amtsenthebung von Vizepräsidentin Sara Duterte.

Sara Duterte auf den Philippinen des Amtes enthoben – Senat entscheidet

Das philippinische Repräsentantenhaus hat am Montag mit deutlicher Mehrheit für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte gestimmt. 257 Abgeordnete unterstützten die Beschwerde, die von Aktivisten, religiösen Gruppen und Anwälten eingereicht worden war. 25 Abgeordnete stimmten dagegen, neun enthielten sich. Die erforderliche Hürde von einem Drittel der Sitze im Repräsentantenhaus wurde damit problemlos überschritten.

Duterte wird in der Amtsenthebungsbeschwerde beschuldigt, öffentliche Gelder missbraucht und unerklärlichen Reichtum angehäuft zu haben. Darüber hinaus soll sie das Leben von Präsident Ferdinand Marcos Jr., seiner Frau sowie dem ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses bedroht haben. All diese Vorwürfe bestreitet die 47-Jährige.

Senat übernimmt als Gerichtshof

Der Senat muss nun ein Verfahren einleiten, bei dem seine Mitglieder als Geschworene fungieren. Im Falle einer Verurteilung drohen Duterte die Amtsenthebung sowie ein Verbot jeglicher politischer Betätigung. Ihr Anwaltsteam zeigte sich jedoch kampfbereit: „Wir sind bestens darauf vorbereitet, die Vizepräsidentin vor dem Senat zu verteidigen, der als Gerichtshof für das Amtsenthebungsverfahren fungiert und bei dem die Beweislast bei der Anklage liegt", erklärte es in einer Stellungnahme.

Für Duterte könnte eine wichtige Entwicklung am selben Tag jedoch Rückenwind bedeuten: Im Senat wurde ein Antrag angenommen, den bisherigen Senatspräsidenten abzusetzen und ihn durch Alan Peter Cayetano zu ersetzen – einen treuen Gefolgsmann der Duterte-Familie. Cayetano, ein ehemaliger Mitstreiter von Saras Vater Rodrigo Duterte, wird damit als vorsitzender Richter in ihrem Amtsenthebungsverfahren fungieren.

Politische Karriere und Familienrückschläge

Das Verfahren trifft Duterte zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Da Präsident Marcos durch die Verfassung auf eine einzige Amtszeit beschränkt ist, galt die Vizepräsidentin als klare Favoritin für seine Nachfolge bei den Wahlen 2028. Das Amtsenthebungsverfahren könnte diese Kandidatur nun ernsthaft gefährden.

Die Amtsenthebung ist der jüngste in einer Reihe von Rückschlägen für die einflussreiche Duterte-Familie. Ihr Vater, Ex-Präsident Rodrigo Duterte, wartet derzeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof auf seinen Prozess. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Präsidentschaft von 2016 bis 2022 einen brutalen „Krieg gegen Drogen" geführt zu haben, bei dem Tausende Menschen getötet wurden.

Das Repräsentantenhaus hatte bereits im vergangenen Jahr für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die Vizepräsidentin gestimmt. Dieses wurde jedoch später vom Obersten Gerichtshof aufgrund eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Auch Präsident Marcos überstand im Februar einen separaten Amtsenthebungsversuch, nachdem seine Verbündeten im Kongress für dessen Ablehnung gestimmt hatten. Er hat sich von den Verfahren gegen seine entfremdete Vizepräsidentin distanziert.

Historischer Kontext: Seltenes Verfahren auf den Philippinen

Sara Duterte ist die ranghöchste Amtsträgerin auf den Philippinen, gegen die ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde, seit dem ehemaligen Präsidenten Joseph Estrada im Jahr 2000. Dessen Prozess brach damals ab, nachdem die Ankläger den Saal verlassen hatten – Estrada trat jedoch wenige Tage nach dem im Chaos endenden Verfahren zurück. Der ehemalige Vorsitzende Richter des Obersten Gerichtshofs, Renato Corona, ist bislang die einzige Person, die in einem philippinischen Amtsenthebungsverfahren tatsächlich verurteilt wurde.

Vor dem Kongress versammelten sich am Montag Dutzende Demonstranten, die Sprechchöre skandierten und Transparente mit der Aufschrift „Impeach Sara Now" hochhielten. Abgeordneter Bienvenido Abante, einer der Unterstützer der Petition, betonte: „Das philippinische Volk verdient einen Prozess, der fair, unparteiisch und in der Rechtsstaatlichkeit verwurzelt ist." Der linke Abgeordnete Jose Manuel Diokno erklärte nach der Abstimmung, es gebe reichlich Beweise gegen Duterte: „Wir haben den schlagenden Beweis gesehen."

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