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SAP-Stellenabbau: Tausende Mitarbeiter melden sich freiwillig

Hohe Nachfrage nach Abfindungs- und Vorruhestandsprogrammen übertrifft Erwartungen des Unternehmens

SAP-Stellenabbau: Tausende Mitarbeiter melden sich freiwillig

Der Softwarehersteller SAP steht vor einer umfassenden Restrukturierung, bei der in Deutschland mehr Stellen abgebaut werden könnten als ursprünglich geplant. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen haben sich 5300 Mitarbeiter für das Abfindungs- und Vorruhestandsprogramm des DAX-Konzerns gemeldet. Die Anmeldefrist endete Ende Mai. Insider berichten, dass rund 60 Prozent der Interessenten sich für das Vorruhestandsprogramm für Mitarbeiter ab 55 Jahren registriert haben, während der Rest eine Abfindung anstrebt. SAP bestätigte diese Zahlen nicht, bemerkte jedoch, dass aufgrund der Attraktivität beider Programme ein sehr hohes Interesse zu verzeichnen sei.

Es ist noch unklar, wie viele Stellen tatsächlich abgebaut werden. Die Registrierung stellt lediglich den ersten Schritt dar, in den kommenden Wochen und Monaten müssen Mitarbeiter und Konzern sich auf Verträge einigen. SAP betont, dass der Verlust kritischen Know-hows vermieden werden soll. Ursprünglich lag die Zielmarke für den Stellenabbau bei 2600 Positionen in Deutschland und 4100 in Europa. Das SAP-Management deutete jedoch an, dass es Spielraum für tiefere Einschnitte geben könnte.

Im Januar hatte der SAP-Vorstand angekündigt, den Fokus des Unternehmens auf zentrale strategische Wachstumsbereiche wie Künstliche Intelligenz zu legen. Diese Transformation der Belegschaft erfordert den weltweiten Abbau von rund 8000 Stellen, wobei gleichzeitig neue Kapazitäten aufgebaut werden sollen, um die Belegschaft mittelfristig stabil zu halten. Für das kommende Jahr plant das Management Effizienzsteigerungen in Höhe von 500 Millionen Euro, zunächst fallen jedoch erhebliche Restrukturierungskosten an. Sollte die Anzahl der freiwilligen Abgänge höher sein als erwartet, könnte die Frage aufkommen, ob die vorgesehenen 2,2 Milliarden Euro dafür ausreichen.

Die attraktiven Konditionen der angebotenen Programme tragen maßgeblich zur hohen Nachfrage bei. Der Betriebsratsvorsitzende Eberhard Schick erklärte, dass die Beschäftigten gut abgesichert in den Vorruhestand wechseln könnten. Vorruheständler erhalten gestaffelte Sonderzahlungen, die sich nach dem Dienstalter und der Betriebszugehörigkeit richten. Zusätzlich gibt es Zuschläge für unterhaltspflichtige Kinder. Ein ähnliches Berechnungsmuster gilt auch für das Abfindungsprogramm.

Neben den attraktiven finanziellen Anreizen spielt auch eine gewisse Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern eine Rolle. Insbesondere die Verpflichtung, wieder drei Tage pro Woche im Büro zu arbeiten, sorgt für Diskussionen. Diese Regelung wird in Deutschland derzeit ohne Zustimmung des Betriebsrats umgesetzt. Die Kombination aus großzügigen Abfindungsregelungen und Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen könnte erklären, warum sich so viele Mitarbeiter für die Programme entschieden haben.

SAP

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