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SAP-Schock zieht den DAX nach unten: Anleger bestrafen enttäuschende Bilanzen

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SAP-Schock zieht den DAX nach unten: Anleger bestrafen enttäuschende Bilanzen

Ein einziger Kurssturz hat dem DAX am Donnerstag den Boden unter den Füßen weggezogen: Der Leitindex schloss 2,1 Prozent tiefer bei 24.309 Punkten – der niedrigste Stand seit 50 Tagen. Dass es so heftig wurde, lag weniger an einer generellen Panik als an einem klaren Schwerpunkt im Handel: Quartalszahlen, die nicht sauber „geliefert“ haben.

SAP zieht den Markt nach unten

Ausgerechnet Europas größter Softwarehersteller wächst und verdient mehr – und trotzdem quittierten Anleger die SAP-Zahlen mit einem Absturz. Die Aktie sackte bis zum Handelsschluss um rund 16 Prozent auf 165 Euro ab, so tief wie seit zwei Jahren nicht. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Entscheidend war nicht, dass SAP schlechter dasteht – entscheidend ist, dass die Erwartungen an den Takt im Cloudgeschäft nicht erfüllt wurden. Vor allem die Auftragszahlen dort wirkten wie ein kalter Eimer Wasser, nachdem die Walldorfer gegen Ende des vergangenen Jahres weniger Verträge abschlossen als erhofft.

Das ist mehr als eine Randnotiz, weil SAP im DAX schwer wiegt – und weil der Markt in dieser Berichtssaison gnadenlos zwischen „solide“ und „zu wenig“ unterscheidet. Ehrgeizige Ziele für 2026 helfen dann nur begrenzt, wenn die kurzfristigen Signale im wichtigsten Wachstumsfeld nicht überzeugen.

US-Tech: Milliarden, Wachstum – und trotzdem Nervosität

In den USA fiel das Echo auf die Zahlen von Tesla, Microsoft und Meta sehr unterschiedlich aus. Bei Microsoft zahlen sich die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren zwar aus, doch das Wachstum verlangsamt sich – die Aktie gab deutlich nach. Die Cloud-Sparte übersprang im Quartal die Marke von 50 Milliarden Dollar Umsatz, der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, der operative Gewinn legte um rund ein Fünftel auf 38,3 Milliarden Dollar zu. Und trotzdem bleibt die Frage: Reicht „stark, aber langsamer“ noch, wenn der Markt mehr Tempo sehen will?

Meta lieferte dagegen Rückenwind für die eigene Aktie. Der Konzern will die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz vorantreiben und die Investitionen in KI-Rechenzentren 2026 auf 115 bis 135 Milliarden Dollar nahezu verdoppeln. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 200,97 Milliarden Dollar, der Gewinn kletterte auf knapp 23 Milliarden Dollar – getragen erneut von Werbeeinnahmen. Der Markt nahm das als Bestätigung auf: Die Aktie setzte ihren Aufwärtstrend fort.

Tesla bricht ein, Deutsche Bank glänzt – mit Schatten

Bei Tesla wirkt die Gemengelage deutlich rauer. Sinkende Verkäufe und steigende Ausgaben drückten den Gewinn im vierten Quartal um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar, der Umsatz sank um 3,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar. Über das Gesamtjahr schrumpfte der Umsatz 2025 erstmals in der Unternehmensgeschichte: 94,83 Milliarden Dollar, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Allzu große Euphorie wäre hier fehl am Platz – der Markt bekommt nicht nur Zahlen, sondern ein Signal, dass Wachstum kein Selbstläufer mehr ist.

Die Deutsche Bank meldete dagegen für 2025 mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern das beste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte, kündigte eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie an und stellte weitere Aktienrückkäufe in Aussicht. Doch der Blick auf die Erfolgsbilanz bleibt getrübt: Neue Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche führten am Vortag der Bilanzvorlage zu Durchsuchungen der Zentrale in Frankfurt sowie von Geschäftsräumen in Berlin.

Zum Handelsverlauf kam noch ein Störfeuer von außen: Die US-Androhung eines möglichen Militärschlags gegen den Iran erhöhte die Nervosität. Genau das macht die Lage so widersprüchlich: Einerseits entscheidet gerade jede Bilanz über den nächsten Schritt, andererseits kann Politik die Stimmung in Minuten kippen. Entscheidend wird sein, ob die nächste Zahlenrunde wieder Vertrauen aufbaut – oder ob der DAX nach diesem SAP-Schock noch anfälliger für den nächsten Schlag von außen bleibt.

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