SAP prüft neuen Versuch zur Übernahme von BlackLine
Nach abgelehntem Milliardenangebot könnte der Walldorfer Softwarekonzern erneut um den US-Anbieter werben

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP erwägt einem Insider zufolge einen neuen Versuch, den US-Anbieter von Bilanzierungssoftware BlackLine zu übernehmen. Nachdem BlackLine im Juni ein erstes Übernahmeangebot von SAP über rund 4,5 Milliarden US-Dollar abgelehnt hatte, prüft der DAX-Konzern nun offenbar eine zweite Annäherung. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen befindet sich der mögliche erneute Vorstoß allerdings noch in einem frühen Stadium. Reuters liegen entsprechende Angebotsunterlagen vor, die von SAP unterzeichnet wurden.
Im Sommer hatte SAP 66 US-Dollar je Aktie geboten, doch BlackLine lehnte das Angebot ab und zeigte sich nicht verhandlungsbereit. Seitdem habe es zwar keine formellen Gespräche gegeben, doch die strategische Bedeutung einer engeren Verbindung wird offenbar auf beiden Seiten erkannt. SAP gilt seit Jahren als enger Partner von BlackLine und vertreibt dessen Softwarelösungen an eigene Unternehmenskunden weltweit. Rund 30 Prozent des BlackLine-Umsatzes stammen aus Geschäften mit SAP-Kunden, was die enge wirtschaftliche Verflechtung unterstreicht.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass SAP mit einer möglichen Übernahme sein Angebot im Bereich Finanz- und Bilanzierungssoftware erweitern möchte. Die Integration von BlackLine-Lösungen in die SAP-Produktpalette könnte dem Konzern helfen, seine Position im Segment der Unternehmenssteuerung und Buchhaltungsautomatisierung weiter zu stärken. Eine Einigung gilt jedoch weiterhin als offen, da sich BlackLine bisher gegen Übernahmegespräche gestellt hat.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAn der Technologiebörse Nasdaq legte die BlackLine-Aktie am Montag um 4,7 Prozent auf 55 US-Dollar zu. Der Kursanstieg spiegelt die Spekulationen über ein mögliches neues Angebot wider. Zu den größten Anteilseignern von BlackLine zählen der Finanzinvestor Clearlake Capital mit knapp neun Prozent sowie die Investmentgesellschaften Vanguard und BlackRock, die ebenfalls bedeutende Aktienpakete halten.


