Santos senkt erneut Produktionsprognose für 2025
Technische Probleme und Hochwasserschäden bremsen Barossa- und Cooper-Basin-Projekte

Australiens zweitgrößter Gasproduzent Santos hat seine Produktionsprognose für das Geschäftsjahr 2025 erneut gesenkt. Grund dafür ist ein technisches Problem beim wichtigen Barossa-Öl- und Gasprojekt sowie die verzögerte Erholung nach Überschwemmungen im Cooper Basin. Das Unternehmen rechnet nun mit einer Jahresproduktion von 89 bis 91 Millionen Barrel Öläquivalent (mmboe), nachdem zuvor noch 90 bis 95 Millionen mmboe erwartet worden waren. Bereits im vergangenen Quartal hatte Santos seine Prognose wegen wetterbedingter Störungen im Betrieb angepasst.
Konzernchef Kevin Gallagher erklärte, Softwareprobleme in den Sicherheitssystemen auf der Förder- und Produktionsplattform BW Opal FPSO hätten im September zu einem etwa zweiwöchigen ungeplanten Stillstand geführt. Dieser habe den Hochlauf des Barossa-Projekts gebremst. Das Vorhaben, das Santos gemeinsam mit den Energieunternehmen SK E&S aus Südkorea und JERA aus Japan betreibt, soll im Dezemberquartal die erste Lieferung von verflüssigtem Erdgas (LNG) aufnehmen. Trotz der Verzögerung bleibe der Zeitplan grundsätzlich bestehen, hieß es aus Unternehmenskreisen.
Auch die Folgen der schweren Überschwemmungen im Cooper Basin wirken weiter nach. Das Unternehmen teilte mit, dass dort 155 Förderbohrungen noch immer außer Betrieb seien, weil sich das Hochwasser langsamer zurückziehe als erwartet. Im Mai waren mehr als 200 Bohrungen überflutet worden. Gallagher betonte, die Auswirkungen seien zwar spürbar, aber im Gesamtbild nicht gravierend. Man gehe davon aus, dass die Produktion in der zweiten Jahreshälfte schrittweise wieder an Fahrt gewinne.
Finanziell machte sich die schwierige Lage im dritten Quartal deutlich bemerkbar. Der Umsatz aus Öl- und Gasverkäufen sank um elf Prozent auf 1,13 Milliarden US-Dollar und lag damit unter der Markterwartung von 1,18 Milliarden US-Dollar. Santos passte in diesem Zusammenhang auch seine Prognose für das jährliche Verkaufsvolumen an, das nun zwischen 93 und 95 Millionen Barrel Öläquivalent liegen soll, nach zuvor erwarteten 92 bis 99 Millionen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAn der Börse reagierten Anleger dennoch verhalten optimistisch. Die Santos-Aktie legte um bis zu 1,4 Prozent auf 6,42 australische Dollar zu und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 25. September. Beobachter führten den Kursanstieg auf eine gewisse Erleichterung zurück, dass die Probleme beim Barossa-Projekt keine gravierenden langfristigen Folgen zu haben scheinen. Das Unternehmen mit Sitz in Adelaide war im Juni durch ein Übernahmeangebot eines von der Abu Dhabi National Oil Company geführten Konsortiums im Wert von 18,7 Milliarden US-Dollar in den Fokus der internationalen Energiebranche geraten.


