Sandisk-Aktie bricht im Juli um 47 Prozent ein
Gewinnmitnahmen, KI-Unsicherheit und chinesische Konkurrenz belasten den Speicherchip-Spezialisten nach einem starken ersten Halbjahr.

Die Aktie des Speicherchip-Spezialisten Sandisk (SNDK) hat im Juli einen massiven Kurseinbruch von 47 Prozent erlitten. Damit folgte das Papier einem breiteren Ausverkauf im Bereich Speicherchips und KI-Infrastruktur. Laut Daten von S&P Global Intelligence beendete die Aktie den Monat mit diesem deutlichen Minus – und entwickelte sich damit schlechter als der breitere Chip-Markt, wie auch der Rückgang des VanEck Semiconductor ETF zeigt.
Bemerkenswert ist der Kontext: Im ersten Halbjahr hatte die Sandisk-Aktie noch ein Plus von mehr als 800 Prozent verbucht. Der Juli-Einbruch ist damit vor allem eine Kombination aus Gewinnmitnahmen und wachsender Unsicherheit über den weiteren Verlauf des KI-Zyklus.
Was die Sandisk-Aktie belastete
Unternehmensspezifische Nachrichten gab es im vergangenen Monat kaum. Stattdessen bewegte sich die Aktie im Einklang mit der allgemeinen Marktstimmung rund um KI und Speicherchips. Mehrere externe Faktoren sorgten dabei für Druck auf den Kurs.
Ein wichtiger Auslöser war der Quartalsbericht von SK Hynix. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller verfehlte in seinem ersten Ergebnisbericht seit dem US-Börsengang die Gewinnerwartungen der Analysten. Dies löste bei Speicherwerten Rücksetzer aus, da Anleger befürchteten, dass die Prognosen der Analysten die Realität überholt hatten.
Zusätzlich wuchs die Skepsis gegenüber den massiven Investitionsausgaben der sogenannten Hyperscaler – also der großen Cloud-Konzerne wie Google, Amazon oder Microsoft. Alphabet meldete beispielsweise in seinem Bericht zum zweiten Quartal erstmals einen negativen freien Cashflow, was Fragen zur Nachhaltigkeit der hohen Kapitalausgaben aufwarf.
Auch die Konkurrenz aus China rückte stärker in den Fokus. Die Einführung des chinesischen KI-Modells Kimi K3 unterstrich das Wettbewerbsrisiko aus Fernost. Zudem wurde bekannt, dass Apple die US-Regierung bat, Speicherchips von chinesischen Unternehmen auf der schwarzen Liste beziehen zu dürfen. Im Juli fand außerdem der Börsengang von CXMT statt – einem chinesischen Speicherchip-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 500 Milliarden US-Dollar, das nun als ernstzunehmender Konkurrent für US-Rivalen gilt.
Schließlich berichtete das Technologiemagazin „The Information", dass das KI-Unternehmen Anthropic einen eigenen KI-Chip entwickle. Dies könnte Anthropic potenziell zu einem direkten Konkurrenten von Sandisk machen.
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Zur AktienanalyseAusblick: Volatilität bleibt wahrscheinlich
Das Produktportfolio von Sandisk ist enger gefasst als das größerer Wettbewerber wie Micron. Das Unternehmen konzentriert sich auf Flash-Speicher und Datenspeicherprodukte. Diese spezialisierte Ausrichtung hat dazu geführt, dass Sandisk besonders stark den Schwankungen im Speichersektor ausgesetzt ist – sowohl in der Aufwärts- als auch in der Abwärtsphase.
Analysten erwarten, dass die Gewinne von Sandisk mindestens bis ins nächste Jahr weiter steigen werden. Dies deutet darauf hin, dass die Speicherpreise noch weiter anziehen könnten. Für Anleger bleibt jedoch Vorsicht geboten: Die Unsicherheit über den Speicherzyklus ist nach wie vor groß, insbesondere für kleinere und spezialisierte Akteure wie Sandisk. Die hohe Volatilität der Aktie dürfte damit vorerst anhalten.


